Studie: Sexueller Kindesmissbrauch war in DDR Tabu-Thema

Leipzig (dpa) - Sexueller Missbrauch von Kindern und Jugendlichen ist in der DDR weitestgehend ein Tabu-Thema gewesen. Das geht aus einer Expertise hervor, die am Mittwoch in Leipzig von der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs vorgestellt wurde. «Es passte nicht in die heile, sozialistische Gesellschaft», sagte Kommissionsmitglied und Ex-Bundesfamilienministerin Christine Bergmann bei der Vorstellung der Studie. Die Problematik sei in der DDR weit mehr und länger tabuisiert worden als in den alten Bundesländern.

«Für die Expertise wurden 250 Fälle gesichtet und 150 genauer ausgewertet», sagte Mitautorin Stefanie Knorr. Als Quellen hätten unter anderem Dokumente aus dem Archiv des Bundesbeauftragten für die Stasiunterlagen und aus dem Bundesarchiv gedient.

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9Kommentare
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  • 5
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    Hirtensang
    16.10.2017

    Auch in der DDR wurde Kinds-Missbrauch und andere sexuelle Verbrechen strafrechtlich verfolgt. Allerdings wurde im Interesse der Opfer das Breittreten Ihres Traumas, ihrer körperlichen und seelischen Verletzungen nicht als Informationsware gehandelt. Unsere Presse nutzt jede Gelegenheit die Sensationslust der Menschen im Interesse höherer Auflagen zu befriedigen.

  • 5
    0
    kartracer
    16.10.2017

    Hier geht es doch nur um Eines, das ständige an den Pranger stellen der DDR! Was ist mit der anderen Hälfte Deutschlands, gab es nicht das Gleiche, eher noch schlimmer, weil die Geld-Machtstruktur, noch viel mehr zugelassen hat? Wie sieht es mit den vielen Mißbrauchsfällen von Gottesdienern aus, ich möchte nicht wissen, was da so vertuscht und totgeschwiegen wurde, es war ja im Namen des Allmächtigen. Nur zu, baut die Mauern doch noch weiter auf, oder dient das dem sogenannten Zusammenwachsen?! Liebe FP, schreibt doch bitte mal einen ausführlichen Artikel über "Freistatt", und die anderen Anstalten zur Züchtigung von Kindern und Jugendlichen im so unfehlbaren Westteil Deutschlands. Auch das wird totgeschwiegen und war kaum jemanden bekannt, weil diese Verbrecher der Kirche angehörten! Ich bin wahrhaftig kein Verfechter der DDR, aber es sollte mit der Hetze auch mal Schluss sein!

  • 3
    0
    Freigeist14
    16.10.2017

    Die fundamentale Aussage,daß sexuelle Gewalt an Kindern in der DDR ein Tabu-Thema gewesen ist und es strafrechtliche Verfolgung nur in Einzelfällen gegeben hätte,wird mir 250 gesichteten Fällen belegt,von denen 150 genauer ausgewertet wurden.Zitat:"Es wird der Eindruck vermittelt,daß Kripo,Staatsanwälte und Richter bei sexueller Gewalt das-Legalitätsprinzip außer Kraft gesetzt hätten und nach Vorgaben der Partei-u.Staatsführung oder in Eigenzensur Strafverfolgung unterlassen hätten.Das ist eine bösartige Verleumdung und hat mit der Rechtswirklichkeit in der DDR nichts zu tun."Zitat Ende.(Hans-Jürgen Joseph,ehem.DDR-Staatsanwalt).

  • 2
    0
    Stonep
    13.10.2017

    Kindesmissbrauch ist eines der schlimmsten Vergehen. Hier muss rückhaltlos aufgeklärt und bestraft werden, egal wo in Deutschland. Das dies öffentlich gemacht wurde war in früheren Jahren nicht unbedingt ein Thema. Nicht umsonst werden jetzt erst so viele Missbrauchsfälle bekannt. Auf Grund der Aussage im Artikel ?Eine strafrechtliche Verfolgung der Täter gab es nur in Einzelfällen ? würde ich gerne die Ergebnisse der Studie nachlesen. Leider gibt es hier keinen Hinweis, wo ich dies tun könnte. Diese Aussage bedeutet doch, dass die Mehrzahl nicht strafrechtlich belangt wurde. In meiner Wahrnehmung war dies nicht der Fall.

  • 3
    2
    BlackSheep
    13.10.2017

    Klingt alles in bisschen wie, was nicht in mein Weltbild passt glaubt ich einfach mal nicht. http://www.mdr.de/sachsen/leipzig/sexueller-kindesmissbrauch-in-der-ddr-100.html

  • 4
    2
    Interessierte
    12.10.2017

    Besser als ´vorangegangen´ kann man es nicht schreiben , die sollten sich was schämen , immer und immer wieder den Osten in den Dreck ziehen zu wollen , um sich selbst ´etwas´ besser darzustellen ... Da kam gestern im Sachsenspiegel ein Beitrag mit dieser Frau , das ging in etwas so : ^Wir brauchen eure Geschichten , damit wir das Geld für euch beantragen können!^ Und ein Mann meinte , er wäre auch auf den Schoß genommen worden , aber er hätte das nicht so negativ gesehen ... Es ist wohl so , dass die Leute aufgrund dieser ´Werbung` jetzt grübeln , ob es denen denn wirklich auch so ergangen sein könnte und ob da was dran sein könnte , was da in die Welt gesetzt wird ; und wenn man schon Geld dafür bekommt , dann könnte es ja doch so gewesen sein ...

  • 6
    2
    kartracer
    12.10.2017

    Immer wieder die DDR und der Osten Deutschlands, man kann es nicht mehr hören. Wann werden denn die Verbrechen an Kindern durch die tolle Kirche öffentlich in den Medien aufgearbeitet, "Freistatt". Auf YouTube sind ausreichend Dokus mit betroffenen Zeitzeugen zu sehen, da hat Gott sicherlich gerade mal etwas länger geschlafen?!

  • 7
    1
    Freigeist14
    12.10.2017

    heute-Nachrichten vom 11.10.17 : "(...)der Volkskörper hatte in der DDR gesund zu sein." Hier wird unverblümt NAZI-Jargon in den Kontext mit der DDR-Kindererziehung gestellt .Das hat Methode und soll (mal wieder) von den Versäumnissen und verschleppten Strafverfolgung bei Kindesmißbrauch im schönsten Teil Deutschlands (BRD) ablenken. Vielleicht gibt es irgendwann eine Instanz,die dieser Geschichtsumdeutung und Verleumdung einen Riegel vorschiebt. Das es hier um die tatsächlichen Opfer geht,denen eine Entschädigung und psychologische Hilfe zusteht, glaubt man nicht mehr.

  • 7
    0
    Freigeist14
    12.10.2017

    Kommissionsmitglied Christine Bergmann : "Es geht nicht darum zu bewerten in welchem Teil des Landes der Missbrauch schlimmer war ." Die DDR wird von dem Gremium als Sonderforschungsbereich behandelt :"Allerdings war und bleibt der sozialistische Staat ein Spezialfall(...)" . Kindesmissbrauch ist immer und überall widerlich und ein Verbrechen.Nun der DDR rückwirkend mit den heutigen Maßstäben der Enttabuisierung eine Vertuschung von Verbrechen anzulasten halte ich für unzulässig und politisch motiviert. In den 70igern u.80er Jahren hat niemand in der BRD den Odenwald-Skandal und Domspatzen-Missbrauch aus dem Schweigen befreit.Da mussten erst Jahrzehnte vergehen.



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