Kein Listenplatz: Hochschulexperte Besier verlässt die Linke

Dresden (dpa/sn) - Der sächsische Landtagsabgeordnete Gerhard Besier hat die Linke verlassen. Das wurde am Dienstag aus Parteikreisen bestätigt. Zuvor hatte die «Sächsische Zeitung» darüber berichtet. Demnach hatte Besier bereits Sonntagnacht dem Landesverband seinen Austritt erklärt, nachdem es ihm bei einem Listen-Parteitag in Leipzig nicht gelungen war, einen aussichtsreichen Platz für die Landtagswahl zu ergattern. Er wolle bis zur Wahl aber als Parteiloser in der Fraktion weiterarbeiten.

In der «Sächsischen Zeitung» (Dienstag) zeigte sich Besier enttäuscht und ging hart mit der Linke-Fraktion ins Gericht. Er sei im Vorfeld zur Kandidatur ermuntert worden. «Jetzt habe ich hintenrum die Quittung erhalten». Der Historiker sieht in der Fraktion eine «gewisse Anti-Intellektuellen-Bewegung».

Bei vielen Abgeordneten stelle er einen deutlichen Mangel an Qualität fest. «Die Fraktion als Ganzes ist jetzt schon kaum arbeitsfähig auf einem gewissen gehobenen Niveau», sagte er. «Leider gibt es zu viele Abgeordnete, die nur die Alternative haben: entweder Hartz IV oder Diäten.» Dies sei bei 70 Prozent der 29 Abgeordneten der Fall.

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