17 Kilometer Umweg für 70-Meter-Baustelle

Die Sperrung eines kurzen Straßenabschnittes führt ab Montag in Zwönitz zu längeren Wegen. Lastwagenfahrer trifft es besonders hart.

Zwönitz.

Starke Nerven, die brauchen Autofahrer in Zwönitz ab der kommenden Woche. Mit der Annaberger Straße (S 270) wird eine der wichtigsten Zufahrtsstraßen der Bergstadt ab Montag voll gesperrt - und zwar auf Höhe der Hausnummern 40 bis 44.

Gut zweieinhalb Wochen gibt es dann voraussichtlich kein Durchkommen mehr, weil der Zweckverband Wasserwerke Westerzgebirge (ZWW) auf der Trasse für rund 130.000 Euro zwei neue Abwasserkanäle baut. Begonnen hatten die Arbeiten bereits vor einigen Tagen im Bereich der Unteren Annaberger Straße. Nun wird die Baustelle versetzt und für Autofahrer zu einer kleinen Belastungsprobe. Bis zum 10. August bleibt die Trasse nach aktuellem Plan gesperrt. Die Bushaltestelle "Schwimmbad" soll in dieser Zeit entfallen. Stadtsprecher Uwe Vorberg sagt: "Fahrer sollten Geduld mitbringen. Und wir bitten bei Ortsfremden um Rücksicht."

Lastwagen schickt die Verkehrsbehörde des Landratsamtes ab Montag auf eine rund 17 Kilometer lange Umleitung im Bogen über die Staatsstraße 270 nach Grünhain-Beierfeld, die Staatsstraße 222 nach Elterlein und über den Zwönitzer Autobahnzubringer (S 258). Autofahrer dürfen hingegen den kürzeren Weg durch die Innenstadt nehmen.

Laut Stadtverwaltung wird der Verkehr von Grünhain kommend über die Rathausstraße gelenkt. Außerdem funktioniert man die Lange Gasse für die Dauer der Bauarbeiten zu einer Einbahnstraße um. Das Freibad bleibe aber erreichbar, heißt es. Wie Peter Ludwig, Mitarbeiter im Landratsamt, sagt, trifft es Lkw-Fahrer besonders hart, weil die Straßen im Zentrum für die großen Fahrzeuge einfach zu eng seien. Um noch mehr Verkehrsbehinderungen zu vermeiden, hatte das Landratsamt den ZWW aufgefordert, die Arbeiten in den Ferien durchzuführen. Das berichtet André Clauß, Bereichsleiter Abwasser bei den Wasserwerken. Dennoch werde die Vollsperrung die Bürger "härter treffen", prognostiziert er. Notwendig seien die Arbeiten, weil die Abwasserentsorgung in dem Bereich bisher über Kleinkläranlagen läuft, die nicht auf dem Stand der Technik sind. Deshalb werde das Gebiet nun zentral erschlossen. "Dafür bauen wir einen Schmutzwasserkanal und erneuern den Regenwasserkanal."

Nicht in Erfüllung geht mit der Baustelle ein Wunsch vieler Bürger und der Stadtverwaltung nach einer grundlegenden Sanierung der Annaberger Straße, die laut Bürgermeister Wolfgang Triebert (CDU) zu den "schlechtesten Straßen in ganz Zwönitz zählt". Mehrfach hatte er in der Vergangenheit beim Landesstraßenbauamt ein Ende der Flickschusterei gefordert - ohne Erfolg.

Auf Anfrage der "Freien Presse" erklärt eine Sprecherin der Behörde nun, dass man wegen einer Sanierung im Gespräch sei. "Eine seriöse Aussage" zur Verwirklichung, sagt sie, sei aber derzeit nicht machbar.

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