Amtsgericht mietet sich in Grundschule in Aue ein

Justiz will Gebäude ab 2021 als Archiv nutzen - Teurer Umbau notwendig

Aue.

Das Gebäude der Pestalozzi-Grundschule an der Schwarzenberger Straße in Aue füllt sich. Nach dem die Stadtverwaltung bereits seit längerem die Idee verfolgt, dass die Kita Abenteuerland in leerstehende Räume der Schule ziehen soll, mietet sich nun auch die Justiz ein. Ab kommendem Jahr will das Amtsgericht Aue-Bad Schlema bislang ungenutzte Flächen im ersten und zweiten Obergeschoss des Nordflügels nutzen, um dort Archivräume einzurichten. Dem Mietvertrag mit der Behörde stimmte der Verwaltungsausschuss von Aue-Bad Schlema in seiner jüngsten Sitzung zu.

Der Vertrag beginnt voraussichtlich im Juli 2021 und läuft bis Juni 2028; eine Verlängerung ist möglich. Kosten für Kaltmiete und Betriebskosten: rund 2000 Euro im Monat. In den Archiven sollen vor allem Grundbuch-Akten gelagert werden, die bislang in Räumen im Altkreis Stollberg zu finden sind. Nach dem im Sommer 2018 die Zweigstelle des Grundbuchamtes in Stollberg aufgelöst und die Verwaltung am Hauptstandort in Aue konzentriert worden war, mussten die Akten laut Gerichtssprecher Hartmut Meyer-Frey "ständig hin- und her gekarrt" werden. Mit dem neuen Archiv entfällt dieser Aufwand künftig. "Den Lagerraum in Stollberg geben wir dafür auf", sagt er.

Bevor der Nordflügel des Schulgebäudes vom Amtsgericht genutzt werden kann, sind allerdings noch einige Bauarbeiten notwendig - aus Sicherheitsgründen. Das berichtete Bauamtsleiter Immo Rother in der Ausschusssitzung. Es brauche etwa "einbruchhemmende Türen", also besonders widerstandfähige Türen gegen Einbrecher. Die Kosten für den Umbau summieren sich auf insgesamt fast eine halbe Million Euro, werden aber vom Freistaat Sachsen übernommen.

Im Vorfeld war vom Land auch ein Erweiterungsbau im Umfeld des Gerichtsgebäudes geprüft worden. Der Mietvertrag mit der Stadt erwies sich aber offenbar als wirtschaftlicher. Oberbürgermeister Heinrich Kohl (CDU) erklärte dazu: "Wir stehen dem Amtsgericht gern hilfreich zur Seite." Letztlich gehe es auch darum, das Gericht als wichtige Stelle in der Stadt zu halten. Ein weiterer Vorteil laut Bauamtsleiter Rother: "Wenn das Gericht eines Tages auszieht, können wir die Räume vielleicht für unser Archiv nutzen."


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