Asyl-Diskussion in der Ruhe nach dem Sturm

Sachsens Integrationsministerin sprach am Mittwoch in der "Goldnen Sonne". Vor ihrem Auftritt gab es Einlasskontrollen.

SCHNEEBERG.

Nicht jeder hatte Zutritt zum Referat von Petra Köpping (SPD), der sächsischen Staatsministerin für Gleichstellung und Integration. Wer ihren Vortrag "Chancen und Entwicklungen im ländlichen Raum" in der "Goldnen Sonne" hören wollte, hatte sich anmelden müssen. Das Haus am Fürstenplatz hatte im Vorfeld erklärt, man mache von seinem Hausrecht Gebrauch, "allen, die mit menschenverachtenden Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zu verwehren".

Es kamen keine ungebetenen Gäste, etwa 40 Leute hatten sich angemeldet, der Sicherheitsdienst konnte untätig bleiben. Warum, das sah Angela Klier vom"Netzwerk Integration" so: "Die Situation ist zur Zeit sehr ruhig."


Darüber freute ich auch Petra Köpping: "Wir haben trotzdem 20.000 Plätze zur Erstaufnahme vorgehalten, um im Ernstfall Zeltstädte zu vermeiden. Im Jahr 2015 haben wir in Sachsen mit 15.000 Asylbewerbern gerechnet, 68.000 sind gekommen, heute sind es noch 40.000. Davon konnten 60 Prozent dezentral untergebracht werden. 34 Millionen Euro geben wir zusätzlich für die Asylbewerber aus." Man müsse angesichts der demografischen Entwicklung die Chancen sehen, die junge Asylbewerber für die ausblutenden ländlichen Regionen bedeuten, sagte die Ministerin.

"Der Hilfsbedürftige hat immer Vorrang", mahnte Pastor Thomas Scheffler aus Burkhardtsgrün. Ebenfalls im Präsidium saß der Schneeberger Pfarrer Frank Meinel: "Nach den großen NPD-Auftritten haben wir es geschafft, das öffentliche Bild unserer Stadt zu ändern. Man spricht nicht mehr vom braunen Nest." "Ich kann die Politik von Merkel und der SPD nicht vertreten. Man muss sich nicht wundern, dass die Leute auf die Straße gehen", sagte Peter Schöffler, ein Anwohner der Schneeberger Kaserne.

Der Bürgermeister von Lauter-Bernsbach, Thomas Kunzmann, benannte einen Nachteil des ländlichen Raumes so: "Unsere Ehrenamtlichen sind ständig mit Fahren beschäftigt. Darum dürfen Bus- und Zugverbindungen nicht gestrichen werden."

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