Auch leise Töne für die Liebe

Musikalisch zu Hause ist Philipp Gründig im Death Metal. Doch für die Benefiz-Konzertreihe "Wo die Liebe hinfällt" lässt sich der Schlagzeuger der Auer Band "Infex" auf einen besonderen Genremix ein.

Lößnitz/Grünhain.

Wenn Philipp Gründig am Schlagzeug sitzt, dann gibt es üblicherweise ordentlich was auf die Ohren. Denn der 31-Jährige Lößnitzer ist Schlagzeuger bei der Auer Death-Metal-Band "Infex", und Death Metal ist alles andere als dezente Musik.

Dass er auch ruhigere Töne anschlagen kann und musikalisch keineswegs eingleisig unterwegs ist, das ist am Samstag in der Kirche Grünhain zu erleben. Denn dort wird der dritte Teil des Benefizprojektes "Wo die Liebe hinfällt" aufgeführt. Einem festen Genre lässt sich diese Inszenierung in Regie von Luise Egermann kaum zuordnen. "Es ist ein Märchen für Erwachsene", sagt die Beierfelderin, die als Texterin, Komponistin, Regisseurin und Dramaturgin die Fäden der Aufführung in der Hand hält.

Eingebettet in eine von Märchenerzähler Mario Schieck vorgetragene Geschichte werden von einer achtköpfigen Projektband insgesamt 20 Songs gespielt. Die Palette reicht dabei von Titeln der Rockbands Rammstein und Freiwild bis zu einem Lied von Ina Müller sowie einem Disneysong. Der Evergreen "Ich will keine Schokolade" von Trude Herr gehört ebenso zum Programm wie der Bach-Choral "Gib dich zufrieden und sei stille".

"Für mich ist das ein richtiger Stilbruch", bekennt Philipp Gründig. Fremd ist ihm die Vielfalt musikalischer Ausdrucksformen jedoch nicht. Während seiner Ausbildung am Robert-Schumann-Konservatorium in Zwickau hat er sich als Jugendlicher schwerpunktmäßig mit Jazz, Rock und Pop auseinandergesetzt. "Bedingt kann man das auch in der Klassik anwenden." Ohnehin räumt Gründig mit dem Vorurteil auf, dass ein Death-Metal-Drummer sein Schlagzeug nur mit Metal-Rhythmen traktiert. "Beim Üben spiele ich alles, von Rush bis Linkin Park. Die besten Metal-Musiker suchen sich auch Sachen aus anderen Stilrichtungen." Und so sieht Gründig seinen Ausflug in ungewohnte Genres als handwerklichen Gewinn. "Man wird durch so etwas variabler, kommt heraus aus festgefahrenen Mustern. Das passiert eher subtil. Hier kann ich nicht nur in Rhythmen denken, sondern muss auch auf die Melodie achten, mich in die Stücke hineindenken und differenzierter spielen." Für das Benefizprojekt stellt er seine eigenen musikalischen Präferenzen gern zurück. Ganz klar sagt er: "Das Ruder hat Luise in der Hand. Alle anderen haben einfach Spaß an der Sache."

Wie alle Beteiligten nimmt Philipp Gründig für seine Mitwirkung keinen Cent. Die Einnahmen werden komplett gespendet. Über die Verteilung der Gelder hat die Initiatorin Luise Egermann entschieden. Diesmal wird mit der Hälfte des Geldes die Sanierung des Kirchturmes in Grünhain unterstützt, die andere Hälfte geht an die Hospizgruppe Zion in Aue. Dass die Gelder der Region zugute kommen, ist Gründig wichtig, denn der gelernte Maurer, der als Monteur für Fenster und Türen arbeitet, achtet auch bei seinem musikalischen Equipment darauf, dass es regional gefertigt ist: "Mein Schlagzeug kommt aus Plauen, die Drum- sticks sind aus Markneukirchen."

Das Benefizkonzert "Wo die Liebe hinfällt" findet am 23. November, ab 19 Uhr, in der St.-Nicolai-Kirche Grünhain statt.

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