Blühende Erdbeerpflanzen: Bald darf gepflückt werden

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In Lauter gibt's das einzige Selbstpflücker-Feld für die süßen Früchte im Raum Aue-Schwarzenberg. Bis zur Ernte dauert es nur noch wenige Wochen. Langfinger machen den Betreibern allerdings zu schaffen.

Lauter-Bernsbach.

Noch stehen die Pflanzen erst in der Blüte. Und doch erreichen Claudia Funck schon erste Anrufe, wann denn die Erdbeeren auf dem Feld zum Selberpflücken in Lauter erntereif sind. "Aus Oberwiesenthal und Raschau zum Beispiel gab es bereits Anfragen", berichtet die erfahrene Anbauerin und vertröstet alle auf Mitte des Monats. "Zeitiger wird es nichts in dieser Lage."

Das Familienunternehmen Erdbeeren-Funck bepflanzt jährlich rund 30 Felder mit der beliebten roten Frucht - vor allem in Sachsen, aber vereinzelt auch in Sachsen-Anhalt und in Thüringen. In Lauter ist der einzige Standort der Funcks im ganzen Erzgebirge. Stets entlang der Antonsthaler Straße, also im Bereich des Hotels und Restaurants "Danelchristelgut", können Selbstpflücker ihre mitgebrachten Körbe füllen. "Wir wechseln die Fläche alle drei Jahre, damit sich der Boden erholen kann." Teils gehört der Familie das Land selbst. "Oder wir pachten Flächen in diesem Bereich." Drei Jahre bringt eine Erdbeerpflanze den nötigen Ertrag. "Die dritte ist immer die letzte Ernte", sagt Claudia Funck.

Es müsse schön warm sein und bleiben, damit es mit der Reife zügig vorangeht. "Meist liegen wir in Lauter immer um den 20. Juni herum." Auf 2,4 Hektar gedeihen die im Jahr 2018 gesetzten Pflanzen in diesen Tagen. Auf anderen Feldern wurden dieses Jahr neue Erdbeerpflanzen in den Boden gebracht. "Zum Glück traf uns Corona nicht voll. Unsere Kinder mussten mit ran. Inzwischen sind unsere beiden Arbeitskräfte aus der Ukraine wieder da." Denn so ein Feld, das weiß jeder Bauer und Gärtner, braucht die nötige Pflege, um ertragreich zu sein. Ein Risikofaktor sei das Wetter. "Des-halb haben wir viele Felder." Richtet zum Beispiel Hagel an einer Stelle Schaden an, kann der Verlust durch die Ernte andernorts ausgeglichen werden.

Die Erzgebirger seien leidenschaftliche Selbstpflücker. "Das Feld wird stets sehr gut angenommen, deshalb sind ja einige auch schon aufgeregt, wann es endlich losgeht." Leider gebe es immer wieder auch schwarze Schafe, die sich außerhalb der Öffnungszeiten zum Nulltarif bedienen. "Das beobachten wir oft. Selbst von Menschen, die es finanziell wirklich nicht nötig haben", so Claudia Funck, die dieses Problem auch auf den Blumenfeldern der Familie hat. Eines davon befindet sich ebenfalls in Lauter - auf der rechten Seite am Ortsausgang Richtung Aue blühen im Sommer Gladiolen und Sonnenblumen. "Und obwohl sie im Verhältnis zum Laden billig sind, nehmen viele ihren selbst gepflückten Strauß einfach so mit." Etwa Mitte Juli geht die farbenprächtige Saat auf dem Blumenfeld auf, schätzt die Expertin. "Mal schauen, wie viele Münzen diesmal in der Vertrauenskasse landen."

Die Familie hofft, dass sich der Vertrauensvorschuss auszahlt. "Ehrlichkeit währt doch immer noch am längsten. Und so viel Geld ist es wirklich nicht", sagt Claudia Funck, die für Erdbeerpflücker noch einen Tipp hat: "Die druckempfindlichen Früchte bleiben vollreif am ehesten in Körben heil. Große, tiefe Eimer empfehlen sich weniger - es sei denn, man will ohnehin Marmelade daraus machen."

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