Brachen in Schlema geht's an den Kragen

Für fast 30.000 Euro will die Gemeinde zwei verfallene Häuser kaufen. Das Ziel: sie möglichst schnell platt machen.

Bad Schlema.

Marode, baufällige Häuser hat Bad Schlema mehr als genug. Findet auch der Bürgermeister - und greift jetzt zur Tat. Zwei Schandflecke sollen nach seinem Willen schon bald aus dem Ortsbild verschwinden. Der ehemaligen Wismut-Schälküche an der Lößnitzer Straße soll es ebenso an den Kragen gehen wie einem alten Wohnhaus an der Bundesstraße 169, das bereits seit einigen Monaten mit Absperrgittern gesichert ist. Das berichtet Jens Müller (Freie Wähler). Dem Kauf der beiden Objekte stimmte der Gemeinderat auf seiner jüngsten Sitzung zu.

Um die Brachen plattzumachen, greift der Kurort zum Teil tief in die Tasche. So zahlt die Gemeinde für die frühere Schälküche - heute nur noch eine Ruine - samt einem gut 3000 Quadratmeter großen Grundstück rund 29.000 Euro. Für Müller ist es gut investiertes Geld: "Den Preis werden wir als Bauland refinanzieren."

Geplant sei, so der Ortschef, das Areal zu einem kleinen Wohngebiet für acht bis zehn Häuser zu entwickeln. Parteikollege und Gemeinderat Oliver Titzmann lobte das Vorhaben auf der Ratssitzung als "städtebaulich sehr wichtig". "So wird endlich die Abstandslücke zwischen Ober- und Niederschlema geschlossen", sagte er.

Das marode Wohnhaus an der Bundesstraße (Auer Straße 53) erwirbt die Gemeinde hingegen fast zum Nulltarif. Mit einem Privatmann ist ein Kaufpreis von einem Euro vereinbart worden. Müller: "Er konnte sich das Gebäude nicht mehr leisten." Erst vor Kurzem hatte die Gemeinde das Haus notgesichert, weil der Giebel einzustürzen drohte. Die Gemeindeverwaltung würde das Nachbargebäude - ebenfalls in keinem guten Zustand - am liebsten gleich mitabreißen lassen, doch bei der Immobilie hat die Stadt Schneeberg ihre Finger im Spiel - als Erbpachtgeber. Laut Rathaus ist das Gebäude in der Hand eines Insolvenzverwalters; man arbeite an einer Lösung. Erst mal heißt es deshalb warten. "Am besten wäre es, beide Gebäude auf einmal abzureißen", so Müller. Frühestens 2018 könnte es soweit sein.

Für den Abriss der alten Schälküche und des Wohngebäudes hofft die Gemeinde auf Fördermittel des Landes. Damit die fließen, braucht es ein Abbruchkonzept, dass alle Ruinen der Gemeinde und solche, die es in den nächsten Jahren werden könnten, erfasst. Laut Müller ist eine solche Brachen-Liste derzeit in Erarbeitung. Wie viele Objekte darauf verzeichnet sind? "20 werden sicher nicht reichen", sagt er.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...