Bummel durchs Klinikgelände gilt als heilsam und lehrreich

Mehr als 13 Hektar groß ist der Garten rund ums imposante Gebäude der Kliniken in Erlabrunn. Im weitläufigen Park wurde jetzt für die Patienten ein Naturpfad angelegt.

Erlabrunn.

Wussten Sie schon, dass im Garten der Kliniken Erlabrunn Urweltmammutbäume stehen? Und wie diese aussehen?

Dass der weitläufige Park rund um die Kliniken eine sehenswerte grüne Oase sind, ist unstrittig. Aber wie viele seltene und interessante Pflanzen dort tatsächlich zu finden und zu bestaunen sind, ist verblüffend. Für Physiotherapeutin Meike Herold war dies schon immer "ein Schatz, aus dem man mehr machen müsste". Die 57-Jährige ist Naturliebhaberin und wollte das üppig gedeihende Reservoire vor der Kliniktür viel besser nutzen als bislang. Ihr Vorschlag, einen Naturpfad für die Patienten zu entwickeln, stieß innerhalb des Hauses und bei der Geschäftsleitung auf offene Ohren.

Gut ein Jahr hat es von der Idee bis zur Umsetzung gedauert. Nun gibt es ihn, den Naturpfad durchs Gelände. An der Rezeption erhalten Patienten - gegen einen symbolischen Euro, der wiederum als Spende dem Hospiz zugute kommt - einen eigens dazu erstellten Faltplan, auf dem die 35 Bestandteile der Tour näher bezeichnet und erklärt sind. Dazu gehören neben dem Urweltmammutbaum beispielsweise auch eine fünfstämmige, italienische Erle und Krim-Linden, eine Traubenkirsche, die im Frühjahr wundervoll blüht, und eine Hemlocktanne. Auch selten Pflanzen, wie ein großes Zweiblatt und ein Knabenkraut, lassen sich entdecken. "Nicht ohne Grund steht unser Klinikgelände schon seit Jahren unter Denkmalschutz", betont Klinik-Sprecherin Mandy Knoch. Parkbänke, eine Klangwiese, der Skulpturenpark, eine Kräuterspirale, ein großes Insektenhotel und Vogelhäuschen ergänzen den liebevoll gestalteten Pfad. Die Bäume sind seit Jahren im Bestand vorhanden. Relativ neu gesetzt sind die Säulenkirschen im Babygarten. Und ebenso dazu gehören die fast schon als Mahnmal wirkenden abgestorbenen Baumstümpfe im Eingangsbereich als Erinnerung an den massiven Sturmschaden von 2005 im Gelände.

"Wir nutzen den Naturpfad für viele Rehabilitationsmaßnahmen und Therapieangebote im Freien. Es ist erwiesen, dass der menschliche Körper die Reize aus der Natur braucht. Reize, die das Immunsystem anregen, es stärken. Bewegung an frischer Luft trägt zur Kräftigung der Muskulatur bei", erklärt Meike Herold einige Anwendungsmöglichkeiten. "Unsere Patienten wissen das Umfeld des Hauses sehr zu schätzen", sagt auch Dr. Michael Thomä, Chefarzt der Klinik für Orthopädische Anschlussheilbehandlung, die sich mit auf dem Gelände befindet. Er selbst habe auf dem Weg zur Arbeit schon oft auch immer seltener werdende Vögel beobachtet, beispielsweise den Distelfink. Nicht ohne Grund lasse Rocco Weigel, der Gärtner des Hauses, manche Pflanzen "ausblühen", wie es heißt. "Nicht jede Grünfläche wird regelmäßig gemäht, einfach zum Schutz und Erhalt der Artenvielfalt, auch kleiner Tiere. Hier sollen und dürfen Blumen blühen und verblühen", so Knoch. Fürs große Feld der Einsatzmöglichkeiten verschiedener Heilkräuter wirbt Dr. Martina Englert, Ärztin für Naturheilkunde und Schmerztherapie. Gerade für Rheuma- und Schmerzpatienten biete die Natur gesunde Alternativen.

Der Naturpfad sei noch ausbaufähig, meint Meike Herold. Die mit dem Symbol eines roten Ahornblatts gekennzeichneten Bäume und Pflanzen gehören dazu.

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