Der Vergangenheit auf den Grund gehen

Das Keller- und Gewölbefest in Lößnitz erfreute sich bei seiner Premiere im vergangenen Jahr großer Beliebtheit. Deshalb erfolgt am Samstag eine Neuauflage. Dabei gibt es erneut Premieren, die echt unterirdisch und einmalig sind.

Lößnitz.

Nur wenige Meter unter der historischen Lößnitzer Altstadt beginnt eine in der Region einmalige Kellerlandschaft. Laut Schätzungen existieren in der Bergstadt über 150 alte Keller und Gewölbe, die zum Erkunden einladen. Die Bauwerke, welche bis ins Mittelalter zurückreichen, haben seit jeher Stadtbrände und Kriege überdauert und sind somit teilweise deutlich älter als die Häuser, die inzwischen darüber erbaut wurden.

Das besondere Flair dieser unterirdischen Räume ist während des zweiten Lößnitzer Keller- und Gewölbefests wieder erlebbar. Ab 17 Uhr öffnen am Sonnabend insgesamt 13 Keller und Gewölbe ihre Pforten. Im vergangenen Jahr kamen bei der aus privater Initiative von Lößnitzer Bürgern entstandenen Veranstaltung rund 2000 Besucher.

"Aufgrund der Tatsache, dass die Veranstaltung an verschiedenen Orten stattfindet, lässt sich die Zahl allerdings nur schwer schätzen", erklärt Mitorganisatorin Anja Markert. "Wir würden uns wünschen, dass sich das Fest etabliert und zukünftig noch mehr Einwohner ihre historischen Gewölbekeller öffnen", so die 47-jährige Lößnitzerin weiter. Schon in diesem Jahr können drei neue geheimnisvolle Orte entdeckt werden. Nach wie vor wird die Veranstaltung allein von Bürgern und Vereinen organisiert und durch die Stadt Lößnitz und einigen Sponsoren unterstützt.

Das Fest im Lößnitzer Untergrund wird ergänzt durch den "Muhme-Campus" am Marktplatz und die alte Dampfbrauerei am Niedergraben. An nahezu allen Veranstaltungsorten ist für Bewirtung gesorgt. So nahm es sich der Lößnitzer Brauereiverein auch zum Anlass, extra für das Fest ein Kellerbier zu brauen, das in der Brauerei, als auch an ausgewählten Orten, genossen werden kann. Weiterhin halten insgesamt zehn Bands und Solokünstler, die in den Lößnitzer Unterwelten oder in unmittelbarer Nähe auftreten, die Besucher bei Laune.

Wer sich nicht auf einen oder wenige Keller beschränken möchte, kann sich am Kellerquiz versuchen, das über die gesamte Lößnitzer Altstadt verteilt ist. Kleine und große Ratefüchse können an allen 15 Orten jeweils eine Rätselfrage vorfinden, die vor dort direkt beantwortet werden kann. Alle dazu nötigen Informationen lassen sich mit ein wenig genauem Hinschauen in den Gewölben finden. Wer anschließend bis 21 Uhr seine Lösungskarte eingereicht, kann auf einen von mehreren hochwertigen Preisen hoffen. Ab 21.30 Uhr ziehen Herolde durch alle noch geöffneten Keller und Gewölbe und rufen in altertümlicher Manier die Gewinner aus.

Der Lößnitzer Heimatverein lädt zudem an jenem Samstagabend zudem zu einer Henkersmahlzeit in den "Pranger" ein - dort wird dann auch ein Scharfrichter anwesend sein. Schließlich stand einst im Mittelalter auf dem Marktplatz ein Pranger, an dem Verbrecher und andere Übeltäter öffentlich zur Schau gestellt wurden. An dieses Kapitel erinnert heute das gleichnamige Lokal im Bürgerhaus.

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