Diskussion um Breitband erhitzt Gemüter

Den Vorwurf, er würde den Ausbau des schnellen Internets im Ort bremsen, weist der Bürgermeister von Bockau zurück. Schon lange beschäftigt das Thema die Leute im Dorf.

Bockau.

Der Bürgermeister habe den Breitbandausbau in Bockau gestoppt. Den Vorwurf konnte und wollte Siegfried Baumann (parteilos) nicht auf sich sitzen lassen. "Eine Frechheit", findet er. Und doch kursierte das Gerücht. Während der jüngsten Gemeinderatssitzung gipfelt das Ganze in einem Schlagabtausch. Einwohner machen ihrem Unmut darüber Luft, dass in Sachen schnelles Internet nichts passiere.

Ein Vermögensberater sieht seine Existenz bedroht. Aufgrund des begrenzten Datenvolumens stehe ihm das Wasser aus unternehmerischer Sicht bis zum Hals. "Damit geht es mir nicht alleine so." Auf Nachfrage bei der Telekom habe er zur Antwort bekommen, dass Bockau den weiteren Ausbau blockiere. "Unfug", entgegnet Baumann fassungslos. "Was um Himmels willen hätten wir davon, irgendetwas zu stoppen?" Das würde alle Bemühungen zunichtemachen, die die Gemeinde schon für den Breitbandausbau in die Wege geleitet hat - unter anderem eine Bestandsaufnahme für den ganzen Ort sowie beantragte und in Millionenhöhe genehmigte Fördermittel für die Internetanbindung.

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"All das haben wir immer wieder öffentlich kommuniziert. Von heute auf morgen gibt's keine Lösung, aber wir haben unsere Hausaufgaben gemacht", so Baumann. Auf die Telekom als privaten Großanbieter habe man keinen Einfluss. "Die bauen aus, wo sie wollen, nicht da, wo wir das gern hätten." Das Unternehmen war voriges Jahr in Bockau zugange, um seine Knotenpunkte auf Vordermann zu bringen. Dann aber waren die Mitarbeiter verschwunden. Baumann hakte nach. "Es hing mit dem Bau der Rechenhausbrücke zusammen." In der Zeit diente die Schneeberger Straße als Umleitung. "Doch in dieser Straße wären Grabungen nötig gewesen. Das ging zu diesem Zeitpunkt nicht."

Es blockiere keiner etwas. "Es besteht Handlungsbedarf. Das ist klar. Wir können aber nur vorbereitende Maßnahmen treffen - etwa Leerrohre für Kabel einbauen, wenn eine Straße offen ist", so Baumann. Wobei selbst das nicht ganz einfach sei. Dem Wunsch auch einiger Räte gehe man nun nach und lade Vertreter der Telekom zum Gespräch ein. Ob es gelingt, ist offen. Gemeinderat Marco Reinhold (CDU) hatte genau das versucht, wurde aber vertröstet.

Nächster Schritt in Bockau ist das Ausschreibungs-Prozedere für den geförderten Ausbau-Teil. Verbunden mit der Hoffnung, dass überhaupt Baufirmen und Versorgungsträger wie Telekom oder andere Internetversorger mitbieten. Zudem fragte Baumann beim Regionalmanager der Telekom wegen des weiteren Ausbaus nach. Demnach werden die Restarbeiten an den Knotenpunkten Haupt-/Lutherstraße, Schindlerswerk und Bahnhof-/Schneeberger Straße nun erfolgen. "Die Zuschaltung der betreffenden Haushalte soll zwischen Juni und Oktober erfolgen", so Baumann.

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