Erzgebirger wollen sich für alte Bauwerke engagieren

Sächsischer Heimatschutz hat neue Regionalgruppe in Westsachsen

Zschorlau/Albernau.

Die alte Rechenhausbrücke bei Albernau ist abgerissen, der Verein "Freunde der Rechenhausbrücke" hat sich aufgelöst. Doch diejenigen, die sich für den Erhalt des Bauwerks eingesetzt hatten, haben aus den Erfahrungen gelernt und wollen sich künftig in einer Regionalgruppe Westsachsen des Vereins Sächsischer Heimatschutz engagieren.

Zum Auftakt gab es diese Woche ein Treffen im Gasthof Rechenhaus, bei dem neben den Freunden der Rechenhausbrücke auch zwei Neue waren: Jürgen Weißflog aus Lauter und Karsten Richter aus Markersbach. Letzterer sagte: "Ich sehe mit Schmerzen, was im Erzgebirge aktuell mit Denkmalen passiert." Günter Eckhardt aus Schneeberg appellierte: "Wir müssen eine Stimme finden und wissenschaftlich unterlegen, worin die Bedeutung von Denkmalen besteht."

Ulrike Kahl, Kreisvorsitzender der Grünen im Erzgebirgskreis, war Mitglied bei den Freunden der Rechenhausbrücke. Sie erläuterte, was künftig anders ist, wenn man sich im Sächsischen Heimatschutz organisiert: "Der Verein hat Beteiligungs- und Klagerecht, er muss in Verfahren gehört werden." Bei der alten Rechenhausbrücke seien "die Messen beizeiten gelesen" gewesen.

Bernhard Bochmann aus Albernau, der ebenfalls zu den Freunden der Rechenhausbrücke gehörte, beklagt noch heute, dass es keinen Rückhalt aus der Kommunalpolitik gegeben habe. So sei der Kampf um den Erhalt des Denkmals im Tal der Mulde von vornherein aussichtslos gewesen.

Für die Regionalgruppe des Sächsischen Heimatschutzes wollen sich acht Erzgebirger engagieren, einige von ihnen sind bereits Mitglied im großen Verein. "Wir müssen kämpfen, um Gehör zu finden", sagte Andreas Kahl. Noch gebe es zu wenige Leute, die sich für den Denkmal- und Naturschutz engagieren.

Der in Dresden ansässige Landesverein Sächsischer Heimatschutz widmet sich seit über 100 Jahren der Pflege von Naturdenkmälern, Naturschutzgebieten und kultureller Denkmäler. Die Regionalgruppe Westsachsen will sich zukünftig einmal im Quartal treffen. An welchem Ort, sei noch festzulegen, so Ulrike Kahl.

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