Facebook-Sperre für Zoo der Minis wegen angeblich pornografischer Inhalte

Für die Paten-Fete am Sonntag wollte der Förderverein Werbung machen. Nach zwei Stunden wurde die Anzeige bei Facebook gestoppt: Porno-Alarm!

Aue-Bad Schlema.

Er heißt Charly und soll am Sonntag im Auer Zoo der Minis die Taufe erhalten. Jetzt ist der wenige Wochen alte amerikanische Mini-Esel aber erst mal ins Gerede gekommen - als Pornostar. Auf einem Foto, das der Förderverein des Tierparks veröffentlicht hat, ist Charly zu sehen, wie er scheinbar eine Eselsdame besteigen will. Pikant: Dabei handelt es sich ausgerechnet um seine Mutter Amy-Sophy.

Das soziale Netzwerk Facebook hat die Anzeige des Mini-Zoos, die für das Sommerabschiedsfest mit Tierpatentreffen am Sonntag werben sollte, wegen pornografischer Inhalte gestoppt. "Ich bin stocksauer und habe letzte Nacht kein Auge zugemacht", sagte am Mittwoch Fördervereinschefin Bärbel Schroller (51). Mit der Anzeige wollte der Zoo ein überregionales Publikum erreichen. Das habe zwei Stunden lang gut geklappt, sagt Schroller. "Wir hatten Reaktionen aus Leipzig und Tschechien." Doch dann nahm Facebook die Anzeige aus dem Netz.

Neben Charlys Eskapade wurde auch ein Foto von zwei Mini-Schweinen beanstandet, die sich anscheinend in einer höchst verfänglichen Position vergnügen. Doch sei es nicht so wie es aussieht, erklärt die Vereinsvorsitzende: "Die Schweine sind drei Wochen alt. Sie spielen, indem sie sich gegenseitig durchs Gehege schieben." Auch Esel Charly folge nur seinen Trieb, und zwar seinem Spieltrieb. "Er fordert seine Mutter auf, mit ihm zu spielen."

Bärbel Schroller hat Widerspruch gegen den Stopp der Anzeige eingelegt. Nach einer Prüfung blieb Facebook jedoch bei seiner Entscheidung. Man erlaube keine Werbung für Pornografie, da diese in einigen Teilen der Welt illegal sei. Der Zoo der Minis darf die Fotos bislang aber weiter auf seiner Facebookseite zeigen, nur die Anzeige mit der höheren Reichweite wurde storniert.

Viele Facebooknutzer haben inzwischen ihr Unverständnis kundgetan. "Lasst euch nicht ärgern", ist sinngemäß immer wieder zu lesen. Für die Veranstaltung, zu der mehr als 50 Tierpaten aus ganz Deutschland kommen wollen, dürften nun vor allem die Schlagzeilen werben, die der kuriose Fall nach sich zieht. "Und wir posten nur noch Fotos von Vögeln", sagt Bärbel Schroller.

Zum Fest am Sonntag gibt es unter anderem Falknervorführungen, einen Mäusezirkus, Krabbelzoo, Ponyreiten und eine Tierpflegersprechstunde. Esel Charly wird 15 Uhr getauft.

So reagiert der Zoo auf Facebook:

Bewertung des Artikels: Ø 4.6 Sterne bei 5 Bewertungen
3Kommentare
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  • 17
    1
    Hankman
    18.09.2019

    Soweit ich weiß, bezieht sich der Begriff Pornografie immer auf die Darstellung menschlicher Sexualität. Selbst wenn die Minischweine auf dem Bild tatsächlich kopulieren würden (was sie nicht tun), fielen sie per Definition nicht darunter. Bilder von kopulierenden Tieren kann man allenfalls anstößig finden. Aber wer das im Falle der Auer Schweinchen tut, sollte sich dringend mal beraten lassen. Denn da scheint irgendwas nicht zu stimmen ... Und Facebook: Ach, Facebook, ihr lasst soviel Gewalt, Menschenverachtendes, Nazizeug und vieles mehr als von der Meinungsfreiheit gedeckt durchgehen, aber hier ... Echt voll daneben.

  • 22
    1
    Schnorchel508
    18.09.2019

    Manche scheinen nix zu tun zu haben. Wie ich wahrscheinlich auch, da ich diesen Blödsinn noch kommentiere....

  • 25
    2
    Steuerzahler
    18.09.2019

    Die Netzhysterie treibt ihre Blüten und Facebook will sich offensichtlich neuerdings anbiedern, in dem es mit seinen Sperren über die Stränge schlägt. Geistlos, unverhältnismäßig und hochgradig prüde! Viel Erfolg dem Zoo der Minis!



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