Familienbetrieb seit 50 Jahren auf Achse

Einst auf Gütertransporte spezialisiert, befördert die Schneeberger Firma Rohm heute Schüler und Co. Nun gab es wegen Corona aber eine Zwangspause.

Schneeberg.

Seit einem halben Jahrhundert rollen Fahrzeuge des Schneeberger Transportunternehmens Rohm nun bereits über Straßen in nah und fern. Natürlich ist das ein Grund zum Feiern, doch in die Freude mischt sich ein Wermutstropfen: Unternehmensgründer Günther Rohm, der Vater von Inhaberin Beate Georgi, erlebt das Jubiläum nicht mehr mit. Im September 2019 erlag er im Alter von 85 Jahren ganz plötzlich einem Schlaganfall. "Er wäre gern dabei gewesen", sagt die Tochter.

Denn heute auf den Tag genau vor 50 Jahren meldete er sein Unternehmen an. In schwierigen Zeiten. In der DDR war es nicht leicht, als Selbstständiger Fuß zu fassen. "Mein Vater schaffte es dennoch", berichtet die 60-Jährige, die auf die Unterstützung ihres Sohnes Marcus (40) bauen kann. Sein Opa - ein gelernter Maler - habe damals mehrmals beim Rat des Kreises Anträge stellen müssen. "Er ließ nicht locker." Und setzte sich schließlich mit Gütertransporten aller Art durch, fuhr für den Konsum Verpackungsmaterial aus, belieferte die Auer Werkstube und das Messgerätewerk Zwönitz. "Er war mit seinem B 1000 teils bis zur Ostsee auf Achse."

Nach der Wende wendete sich das Blatt. Tochter Beate stieg mit ein. "Anfangs transportierten wir Küchenmöbel, fuhren private Umzüge in die alten Bundesländer, ehe wir auf Personentransporte in der Umgebung umstellten, weil das besser lief." So ist es bis heute, ausgenommen die Corona-Zeit. Für zehn Wochen meldeten die Georgis alle zwölf Busse für bis zu 16 Personen ab, um Kosten zu sparen. "Der Stillstand war für uns ein ganz neues Gefühl", so Beate Georgi. Erst nach und nach lief das Geschäft wieder an.

Neben ihr und Sohn Marcus gehören knapp zehn weitere Fahrerinnen und Fahrer zum Team. Sie bringen unter anderem Schüler der evangelischen Grund- und Oberschule Schneebergs zum Unterricht und wieder heim. Fahrten in die Bildungseinrichtungen für körperbehinderte Kinder nach Chemnitz gehören auch dazu. "Dabei können wir uns in allen Bereichen auf treue Partner verlassen", sagt Marcus Georgi und bedankt sich beim Team. Zum Familienbetrieb gehört auch Oma Gisela Rohm. Die gelernte Schneiderin arbeitete als zahnärztliche Helferin und unterstützte ihren Mann Günther viele Jahre beim Schriftkram der Firma, die seit 1998 Tochter Beate lenkt.

Das Trio freut sich kommenden Sonnabend von 10 bis 12 Uhr in der Teichstraße 3 in Schneeberg-Griesbach auf Wegbegleiter und Freunde, die den 50. mit ihnen feiern wollen.

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