Forst und Kommunen schließen Bündnis für schönere Wälder

Zerfurchte Waldwege, marode Schutzhütten: Wie macht man es besser, obwohl es an Geld fehlt? Im Forstbezirk Eibenstock gibt es einen Plan.

Johann'stadt/Eibenstock.

Der Lehmergrund in Johanngeorgenstadt gehört zu den schönsten Wandergebieten der Bergstadt. Nicht umsonst führt der Kammweg Erzgebirge auf seiner offiziellen Etappe 11 durch das wildromantische Bachtal. Zuletzt ging es hier allerdings eher wild als romantisch zu. Der Wanderweg war längere Zeit nicht begehbar, weil der Sachsenforst eine Brücke abgerissen hatte - einfach so, ohne Vorwarnung und Ersatz, wie die Johanngeorgenstädter monierten.

Inzwischen sei alles wieder in Ordnung, die Gemüter hätten sich beruhigt, sagte Bürgermeister Holger Hascheck (SPD) diese Woche bei einer Wanderung in den Lehmergrund, auf der der verantwortliche Sachsenförster Claus Mittag interessierten Bürgern sein Revier vorstellte. Eine Veranstaltung, wie es sie künftig mindestens einmal im Jahr geben soll, denn der Sachsenforst möchte die Kommunikation mit der Stadt verbessern. Das haben sich die Partner sogar schriftlich gegeben.


An einer neuen Rasthütte im Lehmergrund wurde am Dienstag eine Kooperationsvereinbarung zwischen Sachsenforst sowie den Städten Johanngeorgenstadt und Eibenstock unterzeichnet. Darin ist festgelegt, wie die künftige Zusammenarbeit funktionieren soll.

So will der Sachsenforst die Kommunen rechtzeitig über Waldarbeiten informieren, die in der Regel mit Einschränkungen für den Tourismus verbunden sind. Bei größeren Waldsperrungen sollen Umleitungen für Wanderer ausgeschildert werden. Gibt es Kritiken, sollen diese direkt weitergegeben werden. Auf diese Weise will man sicherstellen, dass Bürger mit ihren Anliegen zu den Verantwortlichen beim Forst durchdringen, den Bürgern umgekehrt aber auch Hintergründe notwendiger Arbeiten bekannt werden.

Vorfälle, die für Unmut sorgen, haben in der Regel zwei Seiten. Zum Beispiel die Geschichte mit der verschwundenen Brücke im Lehmergrund. "Die Brücke war nicht mehr befahrbar, weshalb wir sie mit einem Geländer eingeengt hatten", erzählt Karin Beer vom Sachsenforst, die an der Ausgestaltung der Kooperationsvereinbarung federführend beteiligt war. "Irgendwer aber hat unser Geländer entfernt und ist weiterhin darübergefahren. Die nächste Brückenprüfung hat sie dann nicht mehr bestanden."

Um der Stadt entgegenzukommen, habe der Staatsforst die Brücke inzwischen auf eigene Kosten erneuert. Dass sie nicht mehr für Fahrzeuge geeignet ist, stellt nicht jeden zufrieden, aber zumindest Wanderer können den Lehmergrund wieder uneingeschränkt nutzen.

Die Kooperationsvereinbarung zwischen Sachsenforst und den Kommunen hat neben besserer Kommunikation auch eine praktische Komponente. So soll jährlich festgelegt werden, welche Bänke, Schutzhütten oder Infotafeln erneuert, welche Sichtschneisen freigeschnitten und welche Wege verbessert werden müssen. Der Sachsenforst habe zwar nicht für alles Geld, sagte Stephan Schusser, Leiter des Forstbezirks Eibenstock. "Aber wir haben Holz und ältere Kollegen, die nicht mehr zur Holzernte eingesetzt werden, die jedoch etwas bauen können. So können wir gemeinsam einiges etwas schicker machen."

Eibenstocks Bürgermeister Uwe Staab (CDU): "Den Touristen interessiert nicht, wer für ein Stück Wald zuständig ist. Die Stadt? Der Forst? Wir müssen uns als Ferienregion aus einem Guss präsentieren. Dafür müssen wir zusammenarbeiten."

Gleiche Vereinbarungen hat der Forstbezirk Eibenstock inzwischen schon mit den Kommunen Lauter-Bernsbach, Schwarzenberg, Zschorlau und Bockau geschlossen. Im August sollen Schönheide und Stützengrün hinzukommen.

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