Griesbach soll neues Farbkonzept erhalten

Der Schneeberger Stadtrat hat dem Entwurf einer Gestaltungssatzung zugestimmt. Diese setzt Hausbesitzern enge Grenzen. Die CDU fordert mehr Freiraum.

Schneeberg.

Für die Hausbesitzer im Schneeberger Ortsteil Griesbach soll es künftig leichter werden, an ihrem Haus Veränderungen vorzunehmen. Deshalb plant die Stadtverwaltung, den derzeit bestehenden Bebauungsplan "Griesbach Oberdorf" sowie die Vorhaben- und Erschließungspläne "Wohnbebauung Am Griesbachhang" und "Wohnbebauung Griesbach Hang BG II" aufzuheben. Stattdessen soll eine einheitliche Gestaltungssatzung das Erscheinungsbild der Gebäude regeln - die macht aber strenge Vorgaben bei Werbung und Farbauswahl.

Damit soll erreicht werden, dass der Ortscharakter der einst als Waldhufendorf gegründeten Siedlung erhalten bleibt. Deshalb stimmte der Schneeberger Stadtrat dem Entwurf der Gestaltungssatzung der Gemarkung Griesbach auf seiner jüngsten Sitzung zu. Damit kann sie nun öffentlich ausgelegt werden, und die Bürger haben die Möglichkeit, sich dazu zu äußern und Einwände hervorzubringen. Auch Behörden und sonstige Träger finden Gehör.

Diskussionsbedarf über die neue Satzung in Bezug auf die Farbgestaltung hatte es bereits im Stadtrat gegeben. Denn massive Außenwände von Gebäuden sind nicht nur zu verputzen. Als Fassadenanstriche oder Verkleidungen für Gebäude und bauliche Anlagen sind nur bestimmte Farben zulässig. Diese insgesamt 20Farben umfassen Farbtöne aus Weiß, Grau, Gelb, Rot und Grün.

"Aus meiner Sicht wäre es besser, nicht die erlaubten Farben vorzugeben, sondern die verbotenen", erklärte der Vorsitzende der Schneeberger CDU, Markus Neef. Dies könnte zum Beispiel Neon oder grelle Farben betreffen. "Die derzeit in der Gestaltungssatz vorgegeben Farben entsprechen der sogenannten RAL-Norm, doch nicht jeder Anbieter von Fassadenanstrichen verwendet auch diese", wies Neef auf ein Problem hin. Damit könnte nur Farbe, die genau dieser Norm entspreche auch verwendet werden. Zudem sollte den Hauseigentümern auch mehr Gestaltungsfreiheit möglich sein, denn in Deutschland werde ohnehin vieles bereits überreglementiert. "Deshalb werde ich mit der CDU-Fraktion einen Änderungsantrag einbringen", begründete Markus Neef.

Gleichfalls streng geregelt wird die Werbung in Griesbach. Nur für den auch im Ortsteil befindlichen Einzelhandel sowie für Dienstleistungen und Gewerbe darf auf einem maximal zwei Quadratmeter großem Schild beworben werden. Freistehende Werbeanlagen wie Tafeln, Türme und Masten mit Werbefahnen sind unzulässig. Ebenfalls geregelt werden die Einfriedungen der Grundstücke. So sind Stützmauern oder Zaunsockel in Naturstein, mit Natursteinverblendung oder als Gabionenwände auszuführen. Der Einsatz von Betonfertigteilen zur Böschungsbefestigung ist unzulässig.


Kommentar: MitAugenmaß

Mit der neuen Gestaltungssatzung für Griesbach geht die Stadt Schneeberg grundsätzlich den richtigen Weg. Zusammen mit den Bürgern kann der Stadtrat festlegen, was künftig bei der Gestaltung von Häusern und Grundstücken erlaubt ist. Dabei sollte im Vordergrund stehen, dass der erzgebirgische, dörfliche Charakter des Ortes erhalten bleibt. Denn schließlich gehört das zu unserem kulturellem Erbe und ist ein Teil der Identität.

Jedoch muss die Verwaltung der Versuchung widerstehen, mit dieser Satzung die Bürger übermäßig an die kurze Leine zu nehmen. Schließlich sollte allen Grundstücks- und Hauseigentümern auch ein verantwortungsvolles Handeln zugetraut werden. Schließlich sind sie mündige Bürger und nicht nur Erfüllungsgehilfen. Außerdem verbieten zu eng gefasste Vorschriften nicht nur den Weg in die falsche Richtung, sie hemmen auch die Architektur, die in die richtige geht. Eine Entwicklung sollte das Erzgebirge nicht verschlafen. Deshalb sollte eine Entscheidung mit Augenmaß gefällt werden.

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