Hier gibt's Hilfe, wenn die Praxis zu ist

Am Auer Helios-Klinikum hat die Kassenärztliche Vereinigung eine neue Anlaufstelle eingerichtet. Die soll nicht nur die Wartezeiten verkürzen.

Aue.

Die neue Bereitschaftspraxis der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen (KVS) am Auer Helios-Klinikum hat einen reibungslosen Start gehabt. Dieses Fazit wurde am Mittwoch bei einem Treffen zwischen Vertretern der KVS und dem Klinikum gezogen. Seit Oktober sollen insgesamt zwölf dieser Bereitschaftspraxen, die sich im Erzgebirgskreis in Stollberg, Annaberg-Buchholz und in Zschopau befinden, die medizinische Versorgung in Sachsen verbessen. "Damit reagieren wir auf den demografischen Wandel", erklärte KVS-Sprecherin Katharina Bachmann-Bux.

So soll die auch als Portalpraxis bezeichnete Anlaufstelle im Helios-Klinikum die Versorgung der Bevölkerung im Altkreis Aue-Schwarzenberg außerhalb der Sprechzeiten von Arztpraxen ermöglich. "Häufig gehen Patienten, wenn ihre Arztpraxis geschlossen hat, in die Notaufnahme. Dort besteht dann aufgrund der vielen Patienten die Gefahr, dass dringende Fälle nicht schnell behandelt werden", beschreibt Dr. Klaus Heckemann, Vorstandsvorsitzender der KVS und niedergelassener Arzt, einen weiteren Grund für die Einführung der Bereitschaftspraxen an Krankenhäusern. Der neue Anlaufpunkt der KVS für Patienten sei dafür gedacht, wenn es nicht um lebensbedrohliche Beschwerden gehe - wie zum Beispiel bei akut auftretenden Schmerzen -, die Behandlung aber aus medizinischen Gründen nicht bis zum nächsten Tag warten kann. "Damit steht den Patienten eine einheitliche, gleichbleibende Anlaufstelle zur Verfügung", sagte Dr. Klaus Heckemann.

Der Vorstandsvorsitzende der KSV sieht einen weiteren Vorteil durch die gut funktionierende Kommunikation zwischen Klinikärzten und niedergelassenen Medizinern. Einer dieser niedergelassenen Ärzte, die den Bereitschaftsdienst absichern, ist Dr. René Rajewski, der als Hausarzt in Schwarzenberg tätig ist. Wie seine Kollegen deckt er am Wochenende, Feier- und Brückentagen, von 9 bis 19 Uhr, den Dienst in der Bereitschaftspraxis ab und kümmert sich um die Patienten.

Für das Helios-Klinikum ist künftig ein gemeinsamer Empfangstresen vorgesehen, an dem die Notfall-Patienten und die Fälle für die Bereitschaftspraxis zugeordnet werden. "Natürlich können auch nachträglich Patienten vom Arzt zur stationären Versorgung eingewiesen werden", sagt Dr. Klaus Heckemann. Und auch der Geschäftsführer des Helios-Klinikums in Aue, Marcel Koch, ist mit dem Start der Bereitschaftspraxis der KVS zufrieden: "Ich bin von der Richtigkeit überzeugt." Zudem erklärte er, dass die Finanzierung für einen geplanten Anbau an die Notfallambulanz gesichert sei. Mit dem Vorhaben soll das Klinikum zur Notfallambulanz auf die höchste Stufe ausgebaut werden.

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