Historische Ansicht erinnert an Auer Geschichte

Lüftlmalerei ziert die Fassaden vieler Häuser im Erzgebirge. "Freie Presse" erzählt die Geschichten dahinter. Heute: Familie Arnold aus Aue.

Aue.

Wer am Haus an der Kirchstraße 2 in Aue vorbeigeht, dem sticht das vier mal fünf Meter große Gemälde an der Wand sofort ins Auge. Die Fassade des Gebäudes, welche sich in der Fußgängerzone zwischen Altmarkt und Nicolaipassage befindet, wird seit 2001 durch eine Lüftlmalerei verziert.

"Das Bild stammt von der Künstlerin Katrin Lindner aus Rodewisch, auf die wir damals über Erzählungen aufmerksam geworden sind", sagt Frank Arnold. Der 64-Jährige und seine Frau Gisela sind die Eigentümer des Hauses, das sie seit vielen Jahren vermieten. Lange Zeit überlegten die Beiden, wie sie die freie Hauswand gestalten könnten.

Das Gemälde zeigt den Altmarkt in der Zeit um 1900, im Mittelpunkt mit dem Gebäude, an dem sich das Gemälde befindet, und im Hintergrund mit der Nikolaikirche. Als Vorlage diente ein historisches Foto von Walter Wagner, der sich mit der Chronik von Aue beschäftigt hatte. Die umfangreichen Malerarbeiten haben damals über eine Woche gedauert. "Wir wollen damit an die Geschichte von Aue erinnern und gleichzeitig eine Bereicherung für die Stadt schaffen", so Frank Arnold zu den Beweggründen.

Das Haus von Frank und Gisela Arnold ist bereits mehrere hundert Jahre alt. Das genaue Baujahr ist dem Ehepaar trotz einiger Nachforschungen nicht bekannt. Um 1900 herum befanden sich in dem Haus die Polizeiwache, die Stadtverwaltung sowie die Post. In den folgenden Jahrzehnten brannte das Gebäude schließlich zweimal ab und wurde stets wieder neu aufgebaut.

Vor dem Zweiten Weltkrieg befand sich in dem Gebäude ein Geschäft für Kurzwaren, in der DDR-Zeit war dann das Café Törtchen hier ansässig. Nach der politischen Wende zog ein Herrenmodengeschäft ein. 2001 wurde das Gebäude seinem historischem Ursprung entsprechend saniert. Seit etwa zehn Jahren ist ein Optiker eingemietet.

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