Hitzige Debatte um Aue-Spruch von Uli Hoeneß

Eine spitze Bemerkung des Ex-Bayern-Bosses stößt in der Region einigen FCE-Fans sauer auf. Der Club reagiert gelassen.

Aue/München.

Über die Abschiedsrede von Uli Hoeneß beim FC Bayern München in der vergangenen Woche wird im Erzgebirge derzeit hitzig diskutiert. Der Grund: Der Bayern-Boss hatte sich darin auch über Aue geäußert. Konkret erklärte er: "Wenn ich im Auto sitze und dann heißt es: Aue schießt ein Tor gegen Sandhausen, denke ich: Muss ich das jetzt wissen?"

War es ein derber Spaß, eine Beleidigung oder einfach nur eine kleine Spitze? In den sozialen Netzwerken schwappten die Emotionen jedenfalls hoch. Sandhausen reagierte mit Spitzfindigkeit und machte klar, dass die "Freunde aus Aue" nicht nur ein, sondern gleich zwei Tore geschossen haben. Und Michael Voigt, der Geschäftsführer des FC Erzgebirge Aue, wird derzeit in verschiedenen Zeitungen damit zitiert, dass er Hoeneß zum Spiel gegen den SV Sandhausen im März einlädt. Damit konfrontiert, sagt Voigt mit einem Lächeln: "Das war noch keine offizielle Einladung. Darüber müssen wir noch einmal intern beraten."

Vielmehr wollte Voigt zum Ausdruck bringen, dass es besser sei, das Spiel gegen Sandhausen live zu sehen als im Radio zu hören, dass Aue ein Tor geschossen hat. Natürlich ahnt Voigt, dass die inoffizielle Einladung längst in der bayerischen Landeshauptstadt angekommen ist. "Ich gehe davon aus, dass er das gelesen hat", so Geschäftsführer Voigt, der Hoeneß persönlich kennt. "Meist ist ja auch Karl-Heinz Rummenigge dabei", so der Vogtländer, der großen Respekt vor den Bayern hat. "Sie sind ein Publikumsmagnet - egal wie man zu ihnen steht. Und ihr soziales Engagement haben sie über Jahre immer wieder unter Beweis gestellt." Und Uli Hoeneß' Aussage über das Auer Tor in Sandhausen stand in einem direkten Kontext dazu. Er sagte nämlich weiter: "Was für uns alle viel wichtiger ist, dass es in München viele alte Menschen gibt, die von ihrer Rente nicht leben können."

Kein Statement zum Statement hat bisher FCE-Präsident Helge Leonhardt abgegeben. Dafür gehen unter den Fans die Meinungen weit auseinander. Jens Bonitz aus Leukersdorf findet: "Inhaltlich hat er sicherlich recht, dass es soziale Probleme in Deutschland gibt. Das betrifft ja nicht nur München. Dass er in diesem Zusammenhang Aue erwähnt, zeigt doch, dass er uns im Kopf hat." Das ist ein Aspekt, den auch Voigt sieht: "Er hat nicht Madrid oder Barcelona genannt, sondern uns." Andere lassen dieses Argument nicht gelten. "Für mich ist das eine herablassende Bemerkung", ärgert sich Michael Schubert aus Geyer: "Ich weiß um das soziale Engagement von Hoeneß, aber das rechtfertigt eine solch herablassende Bemerkung nicht."

4Kommentare
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  • 6
    2
    quatschkopf
    22.11.2019

    "Wenn ich am Smartphone sitze und dann lese ich: Eine spitze Bemerkung des Ex-Bayern-Bosses stößt in der Region einigen FCE-Fans sauer auf. Denke ich: Muss ich das jetzt wissen?"

  • 28
    4
    remarcel
    21.11.2019

    Uli H. hat den Staat um Millionen betrogen. Genau diesem Sozialstaat, dem das Geld für die Rentner in Altersarmut fehlt. Seine Top-Anwälte haben ihn vor einer eigentlich gerechten Strafe geschützt. Für viele weitere hinterzogene Millionen wurde er garnicht belangt. Sein heiliges Samariter-Geschwafel kann er sich sparen. Wenn eine Kassiererin im Supermarkt einen vergessenen Leergutbon einlöst, wird sie gekündigt und jeder zeigt mit dem Finger auf sie. Wenn ein Präsident die öffentliche Hand millionenfach bescheißt, wird er mit standing ovations bejubelt und mit 100% im Amt bestätigt. Was für eine perverse Moral.

  • 18
    8
    fp112
    21.11.2019

    So eine überflüssige Aufregung um einen beiläufigen Spruch .
    Man kann von Uli Hoeneß halten was man will, immerhin weiß er wo Aue und auch Sandhausen ist.
    Da tun sich ander schon schwerer, selbst wenn sie näher dran sind.

  • 17
    13
    Urlaub2020
    21.11.2019

    Was habt ihr eigentlich erwartet von so einen.....



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