Höchstleistung für unbezahlbaren Gewinn

Der 8. Benefizlauf des Elternvereins krebskranker Kinder wird am morgigen Freitag in Oberwiesenthal ausgetragen. Doch es ist längst nicht mehr nur der Krebs, dem der Verein den Kampf angesagt hat.

Oberwiesenthal/Aue-Bad Schlema.

Mindestens einmal pro Woche macht sich Ariane Hochstein aus Bad Schlema auf den Weg in ihre alte Heimat, den Landkreis Zwickau. Da betreut sie als eine von 43 ehrenamtlichen Helfern des Kinderhospizdiensts Westsachsen eine achtköpfige Familie. Deren Lebensrhythmus dreht sich momentan vor allem um eines der sechs Kinder. Der Fünfjährige ist an einer Form von Leukämie erkrankt, hat eine Stammzellentransplantation schon hinter sich. Doch sie hat nicht den gewünschten Erfolg gebracht, sodass momentan alle Beteiligten von einer weiteren Transplantation ausgehen, berichtet Ariane Hochstein.

Sie hatte sich nach ihrem Umzug von Zwickau nach Bad Schlema nach einer neuen Aufgabe umgesehen - unabhängig von ihrem beruflichen Alltag, der vor allem von Zahlen bestimmt wird. Durch eine Annonce im örtlichen Gemeindeanzeiger ist sie auf den Elternverein krebskranker Kinder aus Chemnitz aufmerksam geworden, zu dem auch eine Elterngruppe aus dem Erzgebirge gehört. Und unter dessen Dach mittlerweile auch zwei Kinderhospizdienste agieren. Dabei betreut der Kinderhospizdienst Westsachsen kleine Patienten und ihre Familien im Erzgebirge, im Vogtland, in Zwickau und im Zwickauer Land. Derzeit werden nach Angaben von Vereinskoordinatorin Kathleen Theiling insgesamt 23 Familien betreut. Der Einzugsbereich des Kinderhospizdiensts Schmetterling erstreckt sich über Chemnitz, Glauchau und Umgebung sowie Mittelsachsen. Da engagieren sich gegenwärtig 39 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer in 19 Familien, in denen Kinder sogenannte lebensverkürzende Erkrankungen haben.


Für die Familien heißt das, irgendwann Abschied nehmen zu müssen - wann, vermag allerdings keiner vorherzusagen. Der Augenblick, der auch für Betreuer wie Ariane Hochstein zur wohl größten Herausforderung wird. Denn: "Diesen Tag, diesen Moment, den kann man nicht trainieren", sagt sie. Auch nicht in 119 Unterrichtseinheiten, die alle Frauen und Männer vor einer Betreuung in einem speziellen Lehrgang absolvieren müssen. Eine anstrengende, aber enorm wichtige Zeit, weiß Kathleen Theiling aus Erfahrung. Gehe es doch dabei nicht nur darum, mit Krankheit, Tod und Trauer umzugehen, den Familien in diesen schwierigen Zeiten ein Stück Normalität zu geben, sondern zudem darum, die eigenen Grenzen zu erfahren. Die Koordinatorin spricht deshalb auch von einem langen und intensiven Prozess, bis die möglichst ideale Kombination zwischen betroffener Familie und Betreuer beziehungsweise Betreuerin gefunden ist. Und nicht jede Suche ist dabei erfolgreich. Bei Ariane Hochstein hat es sofort gepasst, sagt sie selbst und spricht voller Hochachtung von ihrer "Vollzeitmutti", die für ihre Kinder lebt. "Das ist herrlich zu erleben in der heutigen Zeit." Und so bedauert sie, dass sie ihre Familie nicht schon viel früher kennengelernt hat. "Dann hätte ich schon eher helfen können", sagt sie. Aber es habe eben auch Zeit gebraucht - bis endlich die richtige Diagnose gestellt war und bis die Eltern auf das Angebot des Elternvereins aufmerksam geworden seien.

Das Geld, das beim 8. Spendenlauf am Freitag in Oberwiesenthal zusammenkommt, soll denn in diesem Jahr auch hauptsächlich in die Arbeit der beiden Kinderhospizdienste fließen. Zu deren Projekten gehören unter anderem Familienwochenenden, an denen betroffene Familien sich kennenlernen und miteinander ins Gespräch kommen - und vielleicht auch einmal durchatmen können.


Der Benefizlauf

Das Ziel: Möglichst viele Aktive unterschiedlicher Altersgruppen absolvieren die etwa 1,3 Kilometer lange Laufstrecke am Fichtelberg. Ein Laufstil ist dabei nicht vorgeschrieben. Möglichst viele Sponsoren unterstützen die Teilnehmer mit einem frei wählbaren Geldbetrag für jede gelaufene Runde oder mit einem Festbetrag. Das Mindestgebot sind 5 Euro. So stellt jede Runde, die von den Läuferinnen und Läufern absolviert wird, einen Beitrag zur Hilfe für schwerstkranke Kinder und deren Familien in der hiesigen Region dar. In den zurückliegenden Jahren sind so - auch mit Unterstützung anderer Aktionen - durchschnittlich 20.000 Euro Spendengeld zusammengekommen.

Der Ablauf: Das Registrieren aller Teilnehmer sowie die Ausgabe der Startnummern erfolgen am Lauftag bis etwa eine Stunde vor dem Start. Der Startschuss wird 16 Uhr von Schirmherr Jens Weißflog abgegeben. Start und Ziel befinden sich an der Freilichtbühne am Skihang. Gelaufen werden kann dann bis 19 Uhr. Anmeldungen für den achten Benefizlauf am morgigen Freitag sind noch beim Elternverein krebskranker Kinder, Rudolf-Krahl-Straße 61 a in 09116 Chemnitz möglich, Telefonnummer 0371 24355761, E-Mail-Adresse info@ekk-chemnitz.de.

Die Sponsoren können ihre Spenden vor Ort entrichten oder überweisen aufs Konto bei der Deutschen Bank - IBAN DE54 8707 0024 0112 8792 01, BIC DEUTDEDBCHE. (af)www.ebk-chemnitz.de

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