Hündin Tina sucht ein Zuhause

Obwohl die Labrador- Dame nur drei Beine hat, fehlt es ihr nicht an Lebensfreude. Das Tierheim Bockau wünscht ihr warmherzige Halter.

Bockau.

Tina ist ein quirliger Labrador-Mix, ganz schwarz und in der Gangart besonders. Denn die elf Jahre alte Hündin hat nur drei Beine. Doch einschränken kann sie dieses Handicap nicht. Den Mitarbeitern des Bockauer Tierheims saust sie im Eilschritt hinterher, nimmt auch Stufen mühelos. "Wir suchen ein schönes Zuhause für Tina", sagt Ulrike Schubert vom Tierschutzverein Aue-Schwarzenberg.

Die Hündin kommt mit ihrer Einschränkung so gut zurecht, weil sie ihr Vorderbein verlor, als sie noch sehr jung war. Bei einem Autounfall passierte das Unglück. Tina berappelte sich und war viele Jahre der Stolz ihres Besitzers, der verstarb - so musste die Hündin ins Tierheim. Seit Anfang dieses Jahres ist sie der Liebling des Teams und besticht durch ihr freundliches Wesen.


Vorstellbar wäre für Tina ein älteres Ehepaar mit Haus und Terrasse. Denn noch ist Tina fit, doch jede Stufe weniger kommt der Hündin entgegen. Sie ist kerngesund, benötigt aber Spezialfutter, das Blasensteine verhindert. Und tagsüber muss Tina etwa alle zwei Stunden ins Freie, wobei große Spazierrunden nicht nötig sind. "Einen riesigen Auslauf braucht sie nicht. Und nachts hält sie acht Stunden durch", so Schubert, die das Wesen von Tina als lieb einschätzt. Weitere Hunde wären jedoch keine gute Idee. "Einer würde vielleicht gehen." Aber ein ganzes Rudel würde die alte Dame nicht mehr verkraften - auch weil sie es einfach nicht gewöhnt ist. "Tina hat sicher noch ein paar schöne Jahre vor sich. Und wir hoffen alle sehr, dass sie diese Zeit bei einem liebevollen Halter verbringen kann."

Vermittelt sind indes Sorgenkinder, die Anfang des Jahres nach Bockau kamen: die circa zehn Welpen aus dem Wurf Schäferhunde, die samt Muttertier völlig verwahrlost auf einem Anwesen in Reitzenhain entdeckt und gerettet wurden. Darunter auch Welpe Emma, die es besonders schwer hatte. Eine Operation war nötig, um ihr Leid aufgrund einer Fehlbildung der Speiseröhre zu lindern. "Emma geht es ganz gut", sagt Schubert. Ganz ohne Hilfe indes kann sie nicht fressen. Aber überlebt hat die Schäferhündin, die sich derzeit in Obhut von Tierheimchefin Christiane Fuchs befindet.

Nachdem "Freie Presse" über das Schicksal des kleinen Vierbeiners berichtet hatte, gingen beim Tierheim zahlreiche Spenden ein. Denn allein die OP schlug mit rund 3000 Euro zu Buche. Dank der Spenden konnten der Eingriff und die Nachbehandlungen bezahlt werden.

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