In der Knochenstampfe schneit's bis Ende Februar Tag für Tag

Eine neue Sonderschau zeigt "Heile Welt im Schneegestöber". Zu sehen sind in Zwönitz 700Schneekugeln. Viel dazu beigetragen hat ein Mann mit Eintrag im Guinness-Buch.

Zwönitz.

Einmal kräftig schütteln, und schon schneit es still und friedlich. Welche Motive dabei in einer (künstlichen) weißen Pracht versinken, können die Besucher des Heimatmuseums Knochenstampfe bewundern. In der Sonderausstellung "Heile Welt im Schneegestöber" sind seit diesen Donnerstag 700 außergewöhnliche und klassische Schneekugeln zu sehen.

Für die Schau im Zwönitzer Ortsteil Dorfchemnitz hat der passionierte Sammler Josef Kardinal, gemeinsam mit Museumsleiter Jürgen Zabel, Exponate aus verschiedenen Themenbereichen ausgesucht. Vor der laut Sammler kleinsten Schneekugel der Welt musste extra eine Lupe angebracht werden. Die Kugel in der Größe eines Fingernagels mit Geißbock kann an Kragen oder Revers angesteckt werden. In der Ausstellung wird zudem erstmals die Schneekugel "Zwönitz" 2019 präsentiert. Im Mittelpunkt des Souvenirs und Sammlerstücks stehen, symbolisch für das Erzgebirge, Lichterengel und Lichterbergmann. Im Hintergrund sind das Hotel "Roß", die Zwönitzer Pyramide und ein Stück Marktansicht dargestellt. Das Foto mit dem Pärchen Lucie Büssow und ihrem Freund Michael Müller wurde vor vier Jahren für Werbezwecke auf dem Weihnachtsmarkt aufgenommen.

Dass beide jetzt in der Schneekugel und auf einer Geschenkkugel zu sehen sind, haben sie erst vor ein paar Tagen erfahren. "Das war eine schöne Überraschung, ich freue mich sehr darüber. Wer kann schon von sich sagen, in einer Schneekugel verewigt zu sein", sagt die 27-jährige Physiotherapeutin. Für Josef Kardinal stellt es eine tolle Bereicherung seiner Sammlung dar. "Die neueste Kugel ist für mich immer ein Lieblingsstück", so der 69-jährige Nürnberger. Dass es Wertarbeit ist, sieht der Experte sofort. "Der Schnee rieselt gleichmäßig und langsam so, wie es sein soll."

Seit 35 Jahren sammelt Josef Kardinal die friedliche, heile Welt im Glas. Aktuell 10.234 verschiedene, nach Themen von A wie Auto bis Z wie Zwerge sortierte Exemplare aus aller Welt besitzt der Nürnberger Liebhaber moderner Kunst inzwischen. Dank seines Hobbys kann er seit 2003 einen Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde vorweisen.

Doch wie kommt ein gestandener Mann dazu, Schneekugeln zu sammeln? "Es begann eigentlich ganz harmlos. Ich bekam eine Kugel geschenkt, wusste zwar nicht, wohin mit dem kitschigen Ding, traute mich aber auch nicht, es wegzuwerfen", erinnert sich der ehemalige Finanzbeamte. "Freunde dachten wohl, ich mag so etwas, und brachten mir immer wieder welche mit." Es dauerte nicht lange, dann war Josef Kardinal mit dem Schneekugel-Virus infiziert. Hat er früher für sein Hobby viele Länder selbst bereist, nutzt er heute vorwiegend moderne Medien, um an neue Exemplare zu gelangen. Eine Schneekugel aus Nordkorea oder aus afrikanischen Ländern wünscht er sich zum Beispiel noch. Und es gibt immer wieder Neuheiten, zum Beispiel limitierte Auflagen zu Walt-Disney-Filmen. "Alles, was in ist, landet irgendwann in einer Schneekugel", sagt Josef Kardinal.

Die Sonderausstellung "Heile Welt im Schneegestöber" im Heimatmuseum Knochenstampfe, am Anger 1, Dorfchemnitz ist bis zum 23. Februar zu sehen. Besichtigt werden kann sie mittwochs bis samstags von 10 bis 12 Uhr und von 13 bis 17 Uhr sowie sonntags von 12 bis 17 Uhr, außerdem vom 25.bis zum 29. Dezember von 13 bis 17 Uhr. Am 1.Januar 2020 ist geschlossen.

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