In Lauerstellung für den idealen Moment

Geduld und Ruhe braucht es, um solche Tieraufnahmen in freier Wildbahn einzufangen. Für Stephan Lauckner ist dies seit Jahren schon ein Hobby, für das er sehr früh aufsteht.

Raschau.

Geduld, gute Tarnung und ein Gespür für den Wind braucht es, um die Tiere des Waldes in ihrem natürlichen Lebensraum zu fotografieren. Die entsprechende Kameratechnik vorausgesetzt. Und obwohl Stephan Lauckner all das besitzt und beherrscht, geht er auch häufig nach Hause, ohne den perfekten Moment und somit ein tolles Tiermotiv im Kasten zu haben.

"Bei uns ist das ähnlich wie bei den Jägern, oft geht die Pirsch leer aus", sagt der 33-Jährige, der mit seiner Freundin in Raschau wohnt. Die Tierfotografie ist sein Hobby. Irgendwie "vererbt". Denn auch sein Opa und sein Vater haben sich der Fotografie verschrieben. Die ersten Bilder, die er gemacht hat, fing er in New York ein, dem kompletten Gegenteil zur Ruhe in erzgebirgischen Wäldern. "Auf Reisen fotografiert man eben viel", sagt er fast schon entschuldigend. Dinge im Bild festzuhalten, faszinierte ihn. Und dann standen da eines Tages Rehe im Garten. "Damals habe ich noch am Schlosswald in Schwarzenberg gewohnt", beeilt er sich zu erklären.


Diese Rehe waren der Anfang. Späterhin lernte er einen Jäger kennen, der ihm die Schönheit der Tiere in den heimischen Wäldern ans Herz gelegt hat. "Allerdings fotografiere ich nur, was wirklich sichtbar ist." Damit umschreibt er scherzhaft, dass er das breite Feld der Makrofotografie anderen überlässt. Das heißt: Winzige Tierchen, wie die Waldameisen, Raupen, Käfer oder Würmer, haben bislang kaum eine Chance, abgelichtet zu werden. "Sondern nur alles, was Fell oder Federn hat", konkretisiert er und lacht.

Sein liebstes Motiv sei jedoch der Wolf. Doch um ihn im Bild festhalten zu können, fährt er seit gut drei Jahren relativ regelmäßig in die Lausitz. "Hier ist mir jedoch noch kein Wolf begegnet", sagt der Bilderjäger fast schon enttäuscht. Bislang könne er nur bestätigen, dass der Wolf menschenscheu reagiert, sagt Lauckner, der von Beruf Werkzeugmacher ist. Präzision und Geduld sind Tugenden, die also auch seinen Job kennzeichnen. Mittlerweile habe er schon einige richtig gute Bilder von Wölfen, sogar von Wolfswelpen, machen können.

Für ein gutes Foto steht der junge Mann, der seine Kindheit in Grünhain verlebt hat, mitunter sehr früh auf. "Frühmorgens macht man einfach die besseren Bilder", sagt er. Deshalb sei er gern eine Stunde vor Sonnenaufgang schon dort, wo er sein Foto-Versteck bezieht. Eine gute Tarnung sei dabei sehr wichtig. Ebenso die Windrichtung. "Wenn die Tiere dich wittern, kannst du gleich wieder einpacken", weiß er. Und trotz der besten Vorbereitungen und eines optimalen Standorts komme bei einer Fotopirsch der Misserfolg wesentlich öfter vor als der Erfolg, sprich der Treffer.

Besonders schwer sei es, den Fuchs vor die Linse zu bekommen. Nicht von ungefähr sagt man dem Rotpelz offenbar nach, ein ganz schlauer zu sein. Dass es Stephan Lauckner dennoch gelungen ist, den Reinecke zu überraschen, zeigt nebenstehendes Bild sehr gut.

Und was macht er mit seinen Tierbildern? "Von einigen habe ich mal einen Kalender drucken lassen. Aber die meisten stelle ich über die Sozialen Medien wie Facebook oder Instagram ins Netz." Auch an einem Fotowettbewerb habe er mit seinen Bildern schon teilgenommen, wobei der Schnappschuss vom Rothirsch sogar prämiert wurde.

Wenn es sowohl seine Zeit als auch das Wetter zulässt, dann legt - oder besser hockt - sich Stephan Lauckner durchaus zwei- oder dreimal pro Woche auf die Lauer, um den perfekten Moment abzupassen, wenn die majestätischen Tiere für den Augenblick "sichtbar" sind.

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