Kater bei lebendigem Leib teilweise Fell abgezogen

Der kleine Rudolf wurde verstümmelt. Nur durch eine zweistündige Notoperation konnte er überleben. Nun hat die Suche nach dem Tierquäler begonnen. Auch 500 Flugblätter werden verteilt.

Hormersdorf.

Es ist vermutlich ein Wunder, dass der kleine Kater Rudolf überhaupt noch lebt. Bei lebendigem Leibe wurde ihm ein Teil seines Fells abgezogen. Die Besitzerin sowie Bekannte in Zwönitz-Hormersdorf sind geschockt. "Wie kann jemand so grausam sein?", fragt sich Corina Tittmann.

Vermutlich am Nachmittag des Faschingsdienstags wurde ihre Kater verstümmelt. "Gegen 18 Uhr entdeckte mein Sohn die schlimmen Verletzungen. Er dachte, in der Katze stecke ein Stock. Doch das war die Wirbelsäule, die frei lag", erklärt Corina Tittmann. Die Familie dachte aufgrund der massiven Gewalteinwirkung zuerst an einen Verkehrsunfall und fuhr sofort zum Tierarzt. Der konnte durch eine zweistündige Notoperation das Leben des kleinen Rudolf retten.

"Es gab auch die Überlegung, den zehn Monate alten Kater einzuschläfern. Doch unsere ganze Familie hängt an ihm. Das hätten wir unseren Kindern nicht antun können", erklärt die Hormersdorferin. Denn der Kater kam im Alter von wenigen Wochen zu der Familie und ist ihr Liebling.

Auch aufgrund der guten Heilungschancen wegen des geringen Alters des Tieres gelang schließlich die Operation. Allerdings konnte der Schwanz von Rudolf nicht gerettet werden. Den musste der Tierarzt amputieren. Doch der größte Schock war, als die Familie erfuhr, dass es kein Unfall, sondern ein Tierquäler war, der ihren Rudolf so verunstaltet hat. "Der Tierarzt entdeckte zwei Schnitte und schloss damit eine anderweitige Ursache für die schwere Verletzung aus."

Doch wer tut einem kleinem Kater so etwas an? Diese Frage bewegt mittlerweile auch das soziale Netzwerk Facebook, nachdem die Familie dort ein Foto mit der Verletzung veröffentlicht hatte. Über 1700-mal wurde das Foto schon kommentiert und über 2500-mal geteilt. Viele Leute drücken ihr Mitgefühl für den armen Rudolf aus und verurteilten die Tat des Tierschänders.

Aufgrund dieser Veröffentlichung ist inzwischen auch eine Belohnung für Hinweise auf den oder die Täter ausgesetzt worden. Dafür will Matthias Henke 1000 Euro geben. "Ich war empört, als ich von der Tat erfuhr. So etwas muss gestoppt werden." Zudem druckte der Lößnitzer 500 Flugblätter, die in Hormersdorf und Umgebung verteilt werden sollen. Hintergrund sei auch, dass in der Region Hormersdorf, Günsdorf und Thalheim in den vergangenen Wochen Katzen verschwunden sein sollen.

Die Polizei konnte dies gestern jedoch nicht bestätigen. "Weitere Anzeigen aus dem Bereich liegen der Polizei bislang nicht vor", sagte eine Sprecherin.

Für die Besitzer des kleinen Rudolf kommen neben der Ungewissheit, wer der Tierquäler ist, auch noch weitere Schwierigkeiten hinzu. "Die Kosten für den Tierarzt betragen vermutlich rund 600 Euro", schätzt Corina Tittmann. Zudem kann es sein, dass der kleine Kater noch einmal operiert werden muss, damit er wieder richtig gesund wird. "Vielleicht hat er Glück, und das Fell wächst nach, damit er nicht so viele Narben behält", wünscht sich die Erzgebirgerin. Indes wird im Internet auch Geld für die Behandlung von Rudolf gesammelt.

Hinweise zum Täter nimmt das Polizeirevier in Stollberg entgegen, Ruf 037296 900.

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