Kinder erhalten Biotop für seltene Bergmolche

Schüler der Kurfürst-Johann-Georg-Förderschule erhalten eine Wasserstelle. Dabei müssen sie sehr vorsichtig arbeiten.

Johanngeorgenstadt.

Manch einer nennt sie Pfütze und läuft achtlos daran vorbei. Rainer Siegl, der Leiter des Waldschulheims Conradswiese, spricht von einem Biotop, das beim Holzeinschlag, der sich nach den beiden Winterstürmen notwendig machte, in Mitleidenschaft gezogen wurde. Siegl will dieses Biotop zwischen Johanngeorgenstadt und Erlabrunn dringend retten. Daher ist er mit Spaten, Schaufeln, Rechen und Hacken in den Wald gezogen. Nicht allein, sondern mit acht Kindern und Jugendlichen sowie mit drei Lehrerinnen, die unter seiner fachkompetenten Anleitung das Biotop wiederherstellen wollten. Siegl ist nämlich nicht nur der Leiter des Waldschulheims in Lauter, sondern ein Naturliebhaber. Seit 2013 arbeitet er intensiv mit der Kurfürst-Johann-Georg-Förderschule Johanngeorgenstadt zusammen.

Die große "Pfütze" befindet sich an einer Kreuzung zweier Waldwege. "Es ist ein ganz wichtiges Biotop, auch weil hier der seltene Bergmolch zuhause ist", erklärt Rainer Siegl. Es dauert nur wenige Minuten, und der erste Bergmolch wird gesichtet und gerettet.


Natürlich weiß er, dass die Arbeiten am Biotop die Ruhe der Molche, Kröten und Gras- und Wasserfrösche erst einmal stören. "Doch wenn wir hier nichts tun, trocknet die Pfütze im schlimmsten Falle ganz aus", sagt Siegl.

Die Kinder und Jugendlichen jedenfalls sind mit Feuereifer bei der Sache. Samantha Marwan: "Mir gefällt das, weil ich so der Natur helfen kann." Im Wald zu sein, sei viel besser als Schule. "Es ist eigentlich nicht so meine Arbeit, aber ich sage mir, Augen zu und durch." Werkstufenlehrerin Gabriele Hennig mag verschiedene Aspekte am Projekt: "Es ist Naturschutz. Unsere Kinder lernen ganz viel über den Wald und es ist Berufsorientierung, denn sie erfahren mehr zu den Aufgaben eines Försters."

Zudem kommt aus ihrer Sicht hinzu, dass die Förderschüler Ausdauer entwickeln. "Es ist körperlich anstrengende Arbeit. Das mögen die meisten ganz gern." Hennig freute sich aber auch, wie vorsichtig die Kinder schaufelten und immer nach Dingen Ausschau hielten, die sich bewegen. So wurden mehr als ein Dutzend Bergmolche zwischenzeitlich umquartiert. "Wenn es jetzt noch einmal richtig regnet, dann füllt sich das Biotop wieder und alles ist in Ordnung", freute sich Siegl.

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