Kinder lernen von Profis das Handball-Einmaleins

Spieler von Zweitligist EHV Aue haben besondere Trainingsgäste begrüßt: Mit Kita-Knirpsen übten sie das Werfen, das Laufen und den Ballkontakt.

Lößnitz.

Fragend, aber auch ein bisschen verschmitzt blickt Niklas zu dem Mann neben sich auf. "Was will der große Kerl bloß von mir?", scheint der Junge zu denken. Da beugt sich Gabriel de Santis zu ihm hinunter und dirigiert ihn in Wurfstellung: Den einen Arm ausgestreckt nach vorn in Richtung Tor, den anderen - mit dem Ball in der Hand - nach hinten angewinkelt. "Und jetzt mit Schwung", sagt de Santis. Niklas wirft. Und trifft. "Super gemacht", lobt der Handballer erfreut. Seine Teamkollegen von Zweitligist EHV Aue applaudieren dem Knirps. Weiter geht's.

Dieses Sondertraining beim EHV hat seit sechs Jahren Tradition. "Wir hoffen, dass es lange so bleibt", sagt Silvia Lang vom Deutschen Roten Kreuz, das Knirpse aus drei seiner Kindergärten am gestrigen Donnerstag in die Lößnitzer Erzgebirgshalle entsandte. Knapp 40 Mädchen und Jungen im Alter zwischen vier und fünf Jahren lernten von Profis das Handball-Einmaleins. Dabei lief fast der komplette EHV-Kader auf, um bei den Kindern die Begeisterung für Sport und Bewegung zu wecken. "Sie machen das super und sehr einfühlsam", so Ines Posselt. Die Erzieherin der Pöhlaer Kita "Pöhlbachzwerge" findet die Aktion klasse. "Es ist das richtige Alter, um Kinder an eine Sportart heranzuführen. Unsere Knirpse waren vorher richtig aufgeregt", so Posselt. Eigentlich sollten mehr als zehn Zwerge der Gruppe Zahlenlandkinder mitkommen. "Doch einige sind krank."

Zur Höchstform lief de Santis auf. Selbst das scheue Mädchen mit dem langen Zopf taute der 1,94 Meter große Rückraumspieler im Nu auf. Ein Lächeln und ein paar liebe Worte - schon strengte sich die kleine Dame beim Wurf besonders an. Auf der anderen Seite der Halle feuerte derweil Bengt Bornhorn die Gruppe aus der Schneeberger Kita "Am Stadtpark" an. "Los Oskar, schneller", sagte der Kreisläufer und ging - um den Jungen anzuspornen - ein Stück der Strecke mit. Mit der Hand stupste der Zwerg den Ball an, eilte ihm nach und setzte ihn im Ziel auf ein Plastehütchen. Auch beim Rollen des Balls auf dem Boden zeigte sich schnell, dass der Bewegungsdrang bei den Knirpsen unterschiedlich ausgeprägt ist. Während einige ihre Zeit brauchten, drückten andere auf die Tube und erledigten die Aufgabe in Windeseile. Die "Kleinen Sonnenstrahlen" von der Kita des Auer Helios-Klinikums übten sich zunächst im Weitwurf. Als größte Herausforderung erwies sich dabei, den Ball geradeaus und nicht zur Seite zu werfen. "Übung macht den Meister", sagte Pascal Ebert, der diese Station mit anderen EHV-Spielern betreute. "Es läuft super." Das richtige Training folgte am Abend. "Trotzdem waren alle, die nicht arbeiten müssen oder krank sind, sofort dabei", gab der Linksaußen das Lob ans ganze Team weiter.

Tyll Schmidtke ist Kinderkoordinator der SG Nickelhütte als Auer Talentschmiede. Die Aktion sei fast ein Selbstläufer. "Und beide Seiten erleben Abwechslung." Derzeit laufe die Nachwuchsgewinnung gut. In Kitas und Grundschulen wirbt er für Handball und Sport im Allgemeinen. "Wir haben jetzt sogar mit etwa 20 Minis, also Vorschülern, eine Mannschaft bilden können."


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