Kinderbetreuung in Kita kein Kinderspiel

Lockerung in Sachen Corona: Für alle Knirpse sind die Einrichtungen wieder geöffnet. Das Umsetzen der Auflagen erfordert aber viel Organisationstalent.

Aue/Schwarzenberg.

Tolerante Eltern, keine schlimmen Diskussionen, aber Erklärungsbedarf, so zum täglichen Gesundheitsnachweis - dieses kurze Fazit zieht Sylvia Heyne, Leiterin der Kindertagesstätte "Schwalbennest" in Erlabrunn, nach dem Anlaufen des eingeschränkten Regelbetriebs. "Wir sortieren uns, werten erste Erfahrungen aus und überlegen, was wir noch besser lösen könnten", so die Chefin des kleinen Teams der von den Johannitern betriebenen Einrichtung. Dort werden aktuell 26 Mädchen und Jungen im Krippen- und Kindergartenalter sowie sieben Hortkinder betreut.

Die coronabedingten Vorgaben seien angesichts der personellen Situation nur schwer zu stemmen, so Heyne. Nachdem in der Notbetreuung von 6.30 bis 15.30 Uhr, später aus Bedarfsgründen bis 16 Uhr geöffnet war, werden nun acht Stunden Betreuungszeit abgesichert. Das zwingt einige Eltern dazu, zumindest zeitweise auf private Betreuungshilfe für ihre Sprösslinge zurückzugreifen. Und früh stehen viele Eltern geballt vor der Kita-Tür.

Nur Eltern von Krippenkindern dürfen die Einrichtung betreten, ansonsten ist die Zugangstür Dreh- und Angelpunkt beim Bringen und Abholen der Kinder. "Bei der Übergabe tragen die Eltern und auch wir Mund-Nasen-Schutz", erklärt die Leiterin, zu deren Team vier Erzieherinnen gehören. Die Gruppen wurden so zusammengestellt, dass Geschwister ebenso zusammen betreut werden wie Kinder, die auch sonst in Absprache von Eltern gemeinsam gebracht und abgeholt werden. "Wir alle hoffen natürlich, dass die Beschränkungen für den Regelbetrieb so bald wie möglich aufgehoben werden können", so Heyne.

Seit Montag dürfen auch alle Kinder in Aue-Bad Schlema wieder ihre Kitas und Horte regelmäßig besuchen. "Allerdings gelten strenge Regeln zum Infektionsschutz, um eine jederzeitige Nachverfolgbarkeit von Infektionsketten gewährleisten zu können", erklärt Stadtsprecherin Jana Hecker. So gebe es derzeit weder eine Früh- noch eine Spätgruppe. Auch die Gruppen sind nun anders zusammengesetzt. "Damit sollen die Kinder stets durch dieselben pädagogischen Fachkräfte betreut werden." Auch die Bring- und Abholsituation verlange viel Organisationsgeschick. Jedes Kind werde persönlich in Empfang genommen und nicht vor der Tür abgesetzt. "Beim Bringen und Abholen der Kinder ist von den Eltern zwingend eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen." Da nur gesunde Kinder in den Kindereinrichtungen aufgenommen und betreut werden, müssen die Eltern täglich bescheinigen, dass bei ihren Kindern einschließlich sämtlicher Mitglieder des Hausstandes keine Krankheitssymptome von Covid-19 vorliegen. Auch beim Spielen im Freien bleibt die bestehende Gruppe zusammen. Dies bedeutet, dass die Kinder zeitversetzt im Freien spielen. Aufgrund der räumlichen und personellen Gegebenheiten findet vorerst nur eine eingeschränkte Regelbetreuung in den kommunalen Kindereinrichtungen von 6.30 bis 16 Uhr statt.

Mit 25 Knirpsen im Kindergarten und sieben in der Krippe ist in dieser Woche auch in Waschleithe der neue Alltag in der Johanniter-Kindertagesstätte "Am Birkenwäldchen" angelaufen. "Einige Eltern haben ihre Kinder in dieser Woche aber noch nicht hergebracht - es ist ja auch Feiertag", sagt Leiterin Gabi Lauterbach. Sie geht aber davon aus, dass nach dem langen Himmelfahrtswochenende dann wieder alle 44 angemeldeten Mädchen und Jungen betreut werden. Das Umsetzen der neuen Hygienevorschriften, die unter anderem eine regelmäßige Desinfektion vorsehen, sei zeitaufwendig und brauche natürlich eine gute Organisation. Bemerkenswert findet Lauterbach, dass alle Kinder wieder gern in die Einrichtung gekommen sind. "Die meisten haben sich richtig gefreut", so die Leiterin. Selbst bei den Jüngsten habe es keinerlei Probleme bei der Wiedereingewöhnung gegeben. (mit klin)


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