Klamme Kasse: Sportlerheim in Bockau ein Sorgenkind

Die Gemeinde will den Vereinen im Ort unter die Arme greifen. Doch nicht alle Wünsche sind erfüllbar - denn das Geld ist knapp.

Bockau.

Mit Blick auf das Vereinsleben in Bockau hat Bürgermeister Siegfried Baumann (parteilos) Sorgen. "Da gibt es viel Nachholbedarf. Wir müssen das grundlegend prüfen und uns neu aufstellen", sagte er.

Die Kegler etwa wünschen laut Baumann die Kündigung des Erbpachtvertrags für die Anlage. "Wegen Mitgliederschwund sehen sie sich nicht mehr in der Lage, das zu stemmen." Da müsse neu verhandelt werden. "Eventuell ist ein Nutzungsvertrag sinnvoll", sagte Baumann, der auch eine Vereinsförderung als Teil des Gemeinde-Haushalts ins Feld führte - trotz der klammen Kassen im Laborantendorf. "Getan werden muss etwas."


Ein ganz dicker Brocken rollt mit dem Sportlerheim des SC Teutonia Bockau auf die Gemeinde zu. Das Gebäude mit Kabinen und Sanitärtrakt sei dringend sanierungsbedürftig. "Es gibt bei den Fußballern sehr positive Tendenzen", so Baumann und nannte die Wiedereröffnung der Sportgaststätte als Beispiel. Doch in einem Gespräch mit dem Vorstand hätten sich viele andere Baustellen ergeben. "Leider ist über Programme wie Leader keine Förderung für Fußballvereine möglich." Doch es gebe andere Wege der Sportförderung. "Da müssen wir uns entscheiden, ob der Verein oder wir als Gemeinde den Antrag stellen." Von dieser Konstellation wiederum würden Terminbindungen abhängen. "Das ist alles nicht so einfach", so das Gemeindeoberhaupt. Fakt sei: Vordergründig Heizung und Dach bedürfen einer Sanierung. "Und der Verein sieht sich nicht in der Lage, es selbst zu stemmen", sagt Baumann. Noch dieses Jahr will er die nötigen Voraussetzungen schaffen, damit sich 2020 etwas dreht. Kämmerer Mike Schwarz soll nun ein erstes Konzept erarbeiten, das wichtige Eckpunkte festhält.

Ob in diesem Zusammenhang auch das Hobbyland saniert werden könne, fragte Max Fürtsch (CDU). Der multifunktionale Platz für Fuß- und Basketball sei in die Jahre gekommen. Er befindet sich wie der Tennisplatz nahe Sportlerheim und Freibad. Wobei der Tennisplatz so gut wie gar nicht genutzt wird, so Baumann. "Vielleicht weil vielen gar nicht klar ist, dass er in Gemeindebesitz ist und somit jedermann offen steht." Zumal der Platz erst 2007 im Zuge von Hochwasser-Schutzmaßnahmen wieder hergerichtet wurde. Fürtsch hakte auch nach, ob es ein Gesamtkonzept für alle Vereine sein soll. Das verneinte Baumann. "Wir können nicht alles bezahlen." Mit Blick auf Investitionen habe das Sportlerheim Vorrang. Bei allen anderen müsse das Verhältnis zueinander auf den Prüfstand. "Und eventuell müssen neue Vereinbarungen her." Dabei sei Fingerspitzengefühl gefragt, gab Joachim Wenzel (SPD) zu bedenken. In größerer Runde sollen nächste Schritte beraten werden.

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