Kunst am Stift - Bewohner schaffen Sichtbares

Künstler agieren gern und geschickt mit bunten Stiften. Das Spiel mit Farben ist bis ins hohe Alter interessant.

Schwarzenberg.

Das ehemalige Prinzess Marienstift in Schwarzenberg ist heute ein Pflegeheim, das 90 Bewohner beherbergt. Ein Haus, das 1915 mit sozialem Auftrag errichtet wurde. In Schwarzenberg ist es im Volksmund noch immer "der Stift", wenn man von dem markanten Bau an der Clara-Zetkin-Straße spricht. Die Schwarzenberger Künstlerin Lydia Schönberg, die in der Einrichtung regelmäßig mit den Bewohnern kreativ arbeitet, hat das Wort "Stift" im hinlänglich bekannten Wortsinn verwendet. Ein Stift sei schließlich auch zum Zeichnen da. Und es gibt eine Vielzahl bunter Stifte, mit denen man das Leben farbenfroh festhalten kann.

Schon heute stehen viele überdimensionale Bleistifte im weitläufigen Gelände rund um das Haus. "Und jetzt fertigen wir gerade große Buchstaben, die den Schriftzug ,Kunst am Stift' ergeben sollen", erzählt die Künstlerin. Die Bewohner machen mit. Der Herstellungsprozess der Buchstaben erfordert eine spezielle Maltechnik. Schließlich sollen sie am Gartenzaun weithin sichtbar sein. Dafür müssen sie stabil und wetterfest sein. "Wir übermalen sie mehrfach mit Farbe", sagt eine Bewohnerin. Zuvor hilft Lydia Schönberg, bereits bemalte Bereiche an den Lettern abzukleben. Wird dann das Klebeband entfernt, kommt die geschützte Farbschicht wieder zum Vorschein.

"Das ergibt tolle Effekte", sagt Schönberg. Die Technik könnte mit dem Gestalten sorbischer Ostereier verglichen werden. Für die älteren Bewohner ist der Kreativkurs die beste Ergotherapie, weil da unter ihren Fingern etwas Schönes entsteht.

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