Loses Mundwerk ist Erfolgsgeheimnis

De Maarguschn aus Dittersdorf füllen Säle spielend. Längst hat die Laienspielschar eine große Fangemeinde. Auch der aktuelle Schwank "Alles immesinst" setzt wieder erzgebirgische Akzente.

Dittersdorf.

Reden, wie der Schnabel gewachsen ist: In Sachen Mundart nehmen die Maarguschn aus Dittersdorf kein Blatt vor den Mund. Darin liegt der Großteil ihres Erfolgs. Die Aufführungen der Laienspielschar aus dem Lößnitzer Ortsteil erfreuen sich großer Beliebtheit. Allein in dieser Spielsaison stehen gut 15 Termine im Kalender - fast alle waren oder sind restlos ausverkauft.

"Ich weiß es nicht", sagt Klaus Müller als Kopf der neun Jahre alten Truppe auf die Frage, warum das Publikum so heiß drauf ist. "Wir scheinen es richtig zu machen", fügt er hinzu und schmunzelt. Den Mimen, etwa ein Dutzend an der Zahl, ist der Spaß am darstellerischen Spiel anzumerken. Die Stücke rund um Familie Notnagel, ihre Nachbarn und Freunde stammen seit einiger Zeit aus der Feder von Klaus Müller. Der aktuelle Schwank "Alles immesinst" in fünf Akten lässt im Publikum kein Auge trocken bleiben. Der Titel macht klar: Ohne Mundart und Wortspielereien geht es nicht. Beispiel gefällig? So fragt sich Fried, wie de Dittersdorfer S-Kurv in dos Telefon nei kimmt. Die Mannsbilder erfahren von der Jugend, dass ein Buffet wos ze assen, ein Kok-Tail ein Alkoholmix is und dor Intercity dem Reisen dient und es nicht in dor City, sprich auf dem Lößnitzer Markt, heißt. Schampagna fließt in Strömen, nur de wilde Sau von dor Bucke (Schnaps) nippt das Trio in dor Schupp oder heimlich aus dor Ölkann for de Peremett.

So entspinnt sich die Geschichte um einen Urlaub der Männer, die ihre Weibsbilder hintergehen, heiter und dank loser Mundwerke stets ein bisschen anders. "Was uns einfällt, hauen wir raus", sagt Klaus Müller.

Eine "Fortbildung" gab es bei den Soser Guschn. Der Gegenbesuch aus dem Köhlerdorf erfolgte jetzt. André Strauß zeigte sich von der "Äppelkammer" als Heimstatt der Dittersdorfer Maarguschn und deren Auf-tritt begeistert. Laut dem Kopf der Sosaer Truppe ist ein Austausch geplant. "Etwa mit Blick auf die Mundartstücke, von denen es ja nicht unendlich viele gibt." Das Anliegen, die erzgebirgische Mundart am Leben zu halten, teile man. "Auch bei uns ist das Publikum gemischt. Viele junge Leute zeigen Interesse", sagt Strauß, der mit der zehnköpfigen Spielschar pro Saison vier oder fünf Auftritte absolviert.

Sehr umfangreich ist wegen ihrer Beliebtheit das Pensum der Maarguschn. Sie gehen sogar auf Tournee - sind sie doch in der "Äppelkammer", aber auch in Gablenz, Lößnitz und im Februar in Schneebergs "Goldner Sonne" zu erleben. "Da kommt viel zusammen", sagt Müller. Alle investieren die Zeit gern. "Mitstreiter suchen wir immer."

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