Markt lockt Hunderte Gäste in Bergstadt

Seit 25 Jahren gibt es die Veranstaltung rund um Naturprodukte. Vermisst wurde in diesem Jahr eine Preisverleihung.

Schneeberg.

Ein Vierteljahrhundert gibt es ihn nun schon, den Westerzgebirgischen Öko- und Streuobstmarkt in Schneeberg. Das Event ist noch genauso beliebt wie am ersten Tag. Hunderte Schneeberger und Gäste haben am Samstag den goldenen Herbsttag genutzt, um sich bei den regionalen Händlern umzuschauen.

Kai Werner, Geschäftsführer des Landschaftspflegeverbandes Westerzgebirge, der das Fest zusammen mit der Stadt Schneeberg auf die Beine stellt, sagt: "Wir können in diesem Jahr auf 45 Aussteller zurückgreifen. Es ist eine breite Vielfalt, die abgedeckt wird. Ob Käserei, Fleisch- und Wurstwaren, Obst und Gemüse, Pflanzen oder Dekorationsideen." Auch Imkereiprodukte, Korbwaren und Kräuter sind präsentiert worden. Vor Ort war auch Kai Geringswald, ein Pomologe. Er bestimmte Apfelsorten für interessierte Besucher. "Weltweit gibt es etwa 20.000 Apfelsorten. In Deutschland sind es 6000 und 500 in Sachsen", erklärt Geringswald. "Es gibt aber auch Sorten, die sich nicht sofort eindeutig bestimmen lassen. In solchen Fällen berate ich mich mit Kollegen." Parallel zu seiner Apfelsorten-Bestimmung gab es eine Ausstellung mit alten Apfelsorten, in der sich Neugierige umschauen konnten.

Ebenfalls am Samstag fand in Schneeberg das Wappenfest statt. Stephan Schusser, Leiter des Forstbezirks Eibenstock, übergab in dessen Rahmen an Schneebergs Bürgermeister Ingo Seifert ein Stück Wildbret. Damit wird an das alte Bürgermeisterprivileg anlässlich der Verleihung eines neuen Ratssiegels und Stadtwappens durch Kurfürst Johann Georg den II. im Jahr 1665 erinnert. Was viele Schneeberger in diesem Jahr vermisst haben, ist das "Silberne Herz", das in der Vergangenheit immer im Rahmen des Öko- und Streuobstmarktes an verdienstvolle Bürger verliehen worden ist. Ingo Seifert sagt dazu: "Die Auszeichnung gibt es nach wie vor. Allerdings haben wir diese Würdigung jetzt beim Neujahrsempfang Anfang kommenden Jahres eingebunden. Thematisch ist es dort besser aufgehoben als auf dem Markt, quasi so zwischen Frühstück und Gänsebraten. Wir wollen den Ausgezeichneten damit gerecht werden." Es gibt dazu aber auch andere Meinungen, wie die von Peter Fiedler, der das "Silberne Herz" 2016 verliehen bekam. "Wenn die Verleihung jetzt beim Neujahrsempfang stattfindet, ist dort nur ein begrenzter Kreis eingeladener Personen dabei", sagt der 73-Jährige. "Beim Öko- und Streuobstmarkt ist die Auszeichnung aus meiner Sicht öffentlichkeitswirksamer und ehrenvoller. Für denjenigen, der ausgezeichnet wird, ist das ein gutes Gefühl, wenn viele Leute auf dem Markt sind und alles miterleben." Der Schneeberger Wilfried Leichsenring unterstreicht das: "So etwas muss man in die Öffentlichkeit tragen, finde ich." Der Streuobstmarkt sei eine tolle Veranstaltung und auch so ein schöner Rahmen für die Ehrung gewesen, findet auch Christian Winkler, ein Ur-Schneeberger: "Es ist traurig, dass man das jetzt verändert."

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