Mehr als 90 Betten: Pflegeheim startet Betrieb

Für zwölf Millionen Euro ist die alte Gleesbergschule in Bad Schlema zu einem neuen Heim für Senioren umgebaut worden. Doch das war schwieriger und teuerer als erwartet.

Bad Schlema.

Mit fünfmonatiger Verspätung ist am gestrigen Freitag das neue Azurit-Seniorenheim "Alte Gleesbergschule" in Bad Schlema eröffnet worden. Nach einjähriger Planungszeit war im Februar vergangenen Jahres der erste Spatenstich erfolgt. Ursprünglich sollten im März dieses Jahres die ersten Bewohner einziehen. Ein paar strenge Wintermonate machten den Planern aber einen Strich durch die Rechnung.

Investor Christoph Theißen sagt: "Bei der Entkernung sind außerdem unvorhergesehene Gegebenheiten am Altbau sichtbar geworden, mit denen wir bei der Planung nicht gerechnet hatten." Hinzu kamen Schwierigkeiten beim Aushub. Laut Bauleiter Boris Uhlenbrock musste während dieser Zeit durchgehend ein Ingenieurbüro vor Ort sein, welches gemessen hat, ob verstärkt Radon aus der Erde tritt.


Die Gesamtbaukosten, die die Firma Fliesen Theißen aus Bocholt im Westmünsterland in den Umbau der alten Schule in ein Seniorenheim investiert hat, belaufen sich auf rund zwölf Millionen Euro - das ist gut eine Million Euro mehr als zuletzt veranschlagt.

Insgesamt sind in dem neuen Heim an der Schulstraße 74Zimmer mit 94 Betten entstanden. Die ersten 15 Bewohner sind bereits eingezogen, jede Wochen werden drei bis vier weitere Senioren aufgenommen. "Bis Ende September sollen rund 30 Prozent belegt sein", sagt die Heimleiterin Birgit Friedemann. Derzeit gibt es noch freie Kapazitäten. 30 neue Mitarbeiter wurden bereits eingestellt. Die 57-jährige Chefin gibt einen kleinen Ausblick: "Zirka 60 bis 70 Mitarbeiter werden wir insgesamt benötigen."

Mit der Eröffnung des Heims endet ein viele Jahre währendes Tauziehen um die Zukunft der früheren Gleesbergschule. Immer wieder waren Investoren gesucht, neue Konzepte entwickelt worden. Eingeweiht wurde die Schule einst im Jahr 1955. Damals trug sie zunächst den Namen Mittelschule Schneeberg-Oberschlema. 1965 erfolgte die Umbenennung in POS "Otto Grotewohl". Insgesamt 500 Schüler wurden in der polytechnischen Oberschule jährlich unterrichtet. Nach der Wende erfolgte eine Umwandlung zu einer Mittelschule, die bis 1994 existierte. Zuletzt beherbergte die ehemalige Grotewohl-Schule eine Grundschule und trug den Namen Gleesbergschule. Im August 2003 schloss die Schule endgültig.

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