Mietmodell löst in Bockau eine hitzige Debatte aus

Gemeinderat vertagt Beschluss zu Fahrzeug für den Bauhof

Bockau.

Ein Bauhoffahrzeug mieten, leasen oder kaufen: Die Qual der Wahl hat im Gemeinderat Bockau zu hitzigen Diskussionen geführt. Vor allem, weil sich einige Bürgervertreter vor vollendete Tatsachen gestellt fühlten. So wurde der Beschlussvorschlag zum Mietvertrag für einen Multicar wieder von der Tagesordnung genommen.

Der Miet-Vorschlag kommt laut Bürgermeister Siegfried Baumann (parteilos) nicht von ungefähr. "Mit Blick auf die Reparaturkosten hatte ich mich mit Amtskollegen besprochen und halte das Mieten für sinnvoll." Unter anderem Joachim Wenzel (SPD) und Franz Fürtsch (CDU) sahen es anders. Statt des Beschlusses hätten sich beide erst eine Beratung gewünscht. Schon vor vier Jahren erfuhr der Rat laut Wenzel erst vom Leasing des Bauhoffahrzeugs, als der Vertrag längst geschlossen war: "Ich empfinde das als Missachtung des Gemeinderats." Baumann indes verwies darauf, dass es ja ein Beschlussvorschlag sei. "Es kann jeder ablehnen, der nicht einverstanden ist." Und vertagte das Thema.


Diskutiert wurde trotzdem. Mit der Höhe der Miete haderte Fürtsch: "2200 Euro monatlich sind immerhin 1000 Euro mehr, als wir aktuell fürs Leasing des anderen Multicars zahlen." Damit wäre für das zweite Fahrzeug in vier Jahren der Neupreis bezahlt - da könne man gleich kaufen. Dafür wäre ein Kredit nötig, den Bockau aufgrund der angespannten Haushaltslage aber nicht genehmigt bekommt, so Baumann: "Bei Eigentum fallen unkalkulierbare Reparaturkosten an." Ein Kauf hat aus seiner Sicht zudem Nachteile mit Blick auf die rasante Wertminderung. Für den geleasten Multicar, bei dem die Gemeinde die Reparaturen im Gegensatz zum Mietmodell selbst zahlt, seien bislang 17.000 Euro Reparaturkosten aufgelaufen, zusätzlich zur Leasingrate.

Eine andere Idee führte Martin Wollny (CDU) ins Feld. Warum nicht ein Kleintraktor mit schmalem Radstand statt Multicar? Letzteres Modell garantiert laut Baumann Effektivität: So hätte Bockau dann zwei komplett ausgerüstete Fahrzeuge mit kompatibler Technik im Bereich Kehren für den Sommer sowie Streuen und Räumen im Winter. Nun, so einigte sich der Rat am Ende, soll die Variante Kleintraktor auf den Prüfstand. Zudem werden die Bauhofmitarbeiter befragt, was sie - da sie ja mit der Technik umgehen - für sinnvoll halten.

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