Mit neuen Konzepten gegen Wegzug und Leerstand

Weiter sanieren und Wohnraum nach den Wünschen der Mieter umbauen - so soll in Eibenstock dem Rückgang der Bevölkerungsanzahl begegnet werden. Aber auch der Abriss von Häusern geht weiter.

Eibenstock.

In den zurückliegenden beiden Jahren hat es im Bestand der Wohnungsbaugesellschaft Eibenstock einen so starken Wechsel wie seit der Wende nicht mehr gegeben. Das stellte Geschäftsführer Mirko Sauerbaum im Bericht über die Bilanz der städtischen Gesellschaft für das Jahr 2018 fest. Um Mieter zu halten, müsse weiter in die Sanierung investiert und zudem an der Entwicklung neuer Wohnkonzepte gearbeitet werden. Ein Beispiel dafür ist laut Sauerbaum die Clara-Angermann-Straße 6: In dem Gebäude wurde eine für Asylbewerber vorgehaltene Wohnung aufgegeben, um mit deren Räumen die eines anderen Mieters auf dessen Wunsch hin vergrößern zu können.

Im Jahr 2018 hat die Wohnungsbaugesellschaft einen Überschuss von rund 96.000 Euro erzielt. Die Liquidität sei durchgängig gesichert. Dennoch bestehe ein im Bevölkerungsrückgang begründetes Risiko für das Unternehmen. Mehr Leerstand könne zu Mietausfall führen. Die derzeit 8,7 Prozent Leerstand im Bestand von 430 Wohnungen bereiten Mirko Sauerbaum indes keine Sorgen. Die seien vergleichbar mit dem Sachsendurchschnitt, der zwischen 8 und 13 Prozent liegt und deutlich besser ist als zum Beispiel in Städten wie Johanngeorgenstadt oder Bad Schlema.

Die 38 Gebäude, die zur Wohnungsbaugesellschaft gehören, befinden sich fast ausschließlich in Eibenstock. In Wolfsgrün gibt es darüber hinaus ein kommunales Gebäude, ebenfalls eins in Oberwildenthal und zwei sind es in Wildenthal. "Wir haben ein gutes Wohnungsangebot", schätzte Eibenstocks Bürgermeister Uwe Staab (CDU) ein, als die Bilanz der Gesellschaft zur jüngsten Sitzung des Stadtrates vorgestellt wurde.

Investieren will die Wohnungsbaugesellschaft dieses Jahr in den Bau einer Großraumgarage für eine geplante Rettungswache an der Südstraße, in ein Nutzungskonzept für das Gebäude der einstigen Methodistenkirche an der Karlsbader Straße, in eine Erweiterung des Parkplatzes am Erzweg sowie in eine E-Ladesäule nahe den Alten Zollhäusern in Oberwildenthal. Kleinere Werterhaltungsmaßnahmen sind unter anderem der Einbau neuer Briefkastenanlagen in mehreren Hauseingängen an der Funckstraße. "Das nehmen die Mieter zwar nicht als große Errungenschaft wahr, aber die Kosten für uns liegen auch bei 40.000 bis 50.000 Euro", sagt Sauerbaum.

Um Ortsentwicklung betreiben zu können, wird die Wohnungsbaugesellschaft auch weiterhin den Weg gehen, abbruchreife Häuser zu kaufen, um sie in absehbarer Zeit abreißen zu lassen. Aktuell geschieht das in unmittelbarer Nachbarschaft der Geschäftsstelle der Gesellschaft an der Dr.-Leidholdt-Straße. Da werden bis Ende Januar zwei Häuser verschwinden, die Kosten für den Abriss betragen 70.000 Euro.


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