Netzstörung bei O2: Auer weiter offline

Seit über zwei Wochen sind Telefonica-Kunden vom mobilen Internet abgeschnitten. Der Frust der Betroffenen wächst. Auch die Stadtsprecherin ist sauer, sieht aber keine Handhabe gegen die Firma. Die Verbraucherzentrale rät derweil, jetzt nicht untätig zu bleiben.

Aue.

Der Telekom-Anbieter Telefónica O2 bekommt die großflächige Störung im Mobilfunknetz im Stadtgebiet von Aue weiter nicht in den Griff. Auch am gestrigen Freitag waren Kunden vom mobilen Internet abgeschnitten. Die Telefonie ist von der Störung ebenso betroffen - bei Gesprächen mit dem Handy kommt es zu Aussetzern.

Bärbel Schroller ist O2-Kundin in Aue und vom Ausfall genervt. "Ich habe dafür kein Verständnis mehr. Ich komme beim Telefonieren entweder gar nicht durch, oder das Gespräch bricht ab", sagt sie. Auch im Zoo der Minis - ihrem Arbeitsplatz - komme es seit Tagen zu Problemen. Denn wie sie erklärt, laufen gleich mehrere Handys ihrer Kollegen mit einem O2-Vertrag.


Laut Telefónica arbeitet eine sogenannte Basisstation nicht richtig, die die Signale vom Standort bis zur nächsten Vermittlungsstelle überträgt. Nutzer berichteten von ersten Problemen am 17. Juli. Warum die Reparatur nun aber bereits mehr als zwei Wochen dauert, erklärt O2-Sprecher Florian Streicher nicht. Er sagt stattdessen: "Unsere Netztechniker arbeiten weiterhin mit höchster Priorität an der Umsetzung der erforderlichen Netzmaßnahmen sowie der damit verbundenen Behebung der aktuellen Einschränkungen in Aue."

Im Stadtgebiet dürften vom Ausfall hunderte Kunden betroffen sein; in Bad Schlema funktioniert das Netz hingegen wie gewohnt. O2 selbst nennt auf Anfrage keine Zahlen. Die Frage, wann die Störung behoben ist, bleibt ebenso ohne Antwort. Sprecher Streicher dazu: "Wir bedauern die derzeitigen Einschränkungen sehr und möchten uns für die entstandenen Unannehmlichkeiten entschuldigen."

Inzwischen machen Spekulationen in der Stadt die Runde, O2 könnte von einem Hackerangriff betroffen sein. Denn wie eine aktuelle Karte mit einer Übersicht der Störungen im Internet zeigt, kommt es auch in anderen Teilen Deutschlands zu Ausfällen im Netz des Anbieters. Florian Streicher weist solche Spekulationen "klar und deutlich" zurück, wie er sagt. "Hintergrund der aktuellen Einschränkungen ist eine gestörte Anbindung eines Richtfunklinks."

Bleibt die Frage, was betroffene Auer jetzt tun sollten. O2 selbst erklärt, Kunden hätten jederzeit die Möglichkeit, sich an die Servicestelle zu wenden. Dort würde das "Anliegen geprüft und gemeinsam eine entsprechende Lösung" gefunden, heißt es. Kontakt aufzunehmen, rät auch die Auer Verbraucherzentrale. "Man sollte auf jeden Fall mitteilen, dass man betroffen ist", sagt die Leiterin Simone Woldt.

Die Verbraucherzentrale ist wegen des Netzausfalls bereits von den ersten Bürgern kontaktiert worden. "Wir raten, O2 eine ausreichend lange Frist zu setzen, etwa von zwei Wochen", so Woldt. Wenn der Empfang bis dahin nicht wie gewohnt funktioniert, könne man mit einer Sonderkündigung drohen.

Einfach so den Vertrag zu beenden, weil das Mobilfunknetz gestört ist, sei hingegen keine gute Idee. "Die Provider versprechen in der Regel ja nicht, dass der Empfang an einem bestimmten Ort gut ist", sagt die Verbraucherschützerin. Kompliziert dürfte es auch werden, Schadensersatz zu erhalten. "Das kann ich zwar geltend machen, muss den Schaden aber nachweisen." Dass dabei ein größerer Betrag zusammenkomme, bezweifelt sie.

Eine Stadt, die seit 17 Tagen offline ist - auch im Rathaus sorgt die Störung für Empörung. Stadtsprecherin Jana Hecker sagt: "Wir sind sauer." Eine Handhabe gegen O2 habe man aber nicht. "Wir können einen privaten Anbieter nicht zum Arbeiten zwingen."

Laut Woldt hat die Verbraucherzentrale in Aue immer wieder mit Problemen rund um das Thema Mobilfunk zu tun. Es sei bei der Arbeit der größte Bereich. "Das betrifft etwa überhöhte Rechnungen nach einer Schiffsreise, Ärger um Kündigungen und Betrügereien am Telefon", sagt sie. Hin und wieder berate man auch zu Netzausfällen - so wie im aktuellen Fall. "Aber eine so lange Störung hatten wir noch nie."

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