Neuer Chefarzt baut auf starkes Team und moderne Technik

Dr. Peter Diekstall lenkt jetzt als Experte der Unfallchirurgie und der Orthopädie diesen Fachbereich am Auer Helios-Klinikum. Mit Ende 50 hat der gebürtige Paderborner viel vor an der neuen Wirkungsstätte.

Aue.

Mit dem Aufstieg des SC Paderborn aus der 2. Bundesliga ins Fußball-Oberhaus sind alle Interessenskonflikte aus der Welt. "Jetzt kann ich uneingeschränkt auch den Auern die Daumen drücken", sagt Dr. Peter Diekstall und schmunzelt. Der neue Chefarzt am Auer Helios-Klinikum stammt aus Paderborn, ist mit einer Thüringerin verheiratet und sucht im Alter von 58 Jahren erneut eine Herausforderung.

"Ich möchte als alter Mann noch mal etwas bewegen und gestalten. Deshalb nahm ich diese spannende Aufgabe an", erklärt der offenbar humorvolle Sportmediziner, der auf dem Zeller Berg seit Anfang Mai das Zentrum für Integrative Traumatologie und Orthopädie leitet - in einem, wie er betont, hervorragenden Team. "Das war auch ein Grund, warum ich mich für Aue entschieden habe: Das Haus ist vielseitig aufgestellt und weist in allen Fachbereichen eine breite Expertise auf. Zudem besticht die insgesamt moderne Technik."


Ein Gerät für rund 180.000 Euro wurde sogar eigens für den Neuen, der von der Küste aus Niebüll in Nordfriesland ins Erzgebirge wechselt, erst vor Kurzem angeschafft. Es ermöglicht - entfernt ähnlich dem OP-Roboter - eine navigierte Knie-Endoprothetik. Der künstliche Gelenkersatz ist damit präziser und aufgrund kleinerer Schnitte für den Patienten schonender möglich. "Wir vermessen das Knie drei- und nicht mehr nur zwei-dimensional. Das hilft bei der Auswahl der jeweils richtigen Prothese für den einzelnen Patienten", erläutert Diekstall. Jedes Knie sei anders, etwa mit Blick auf Größe und Stellung. Dabei handelt es sich um eine unterstützende Technik, deren Anwendung die Kassen voll bezahlen und die Diekstall seit 2005 praktiziert. Er gilt als Experte auf dem Gebiet und vereint überdies laut Helios-Geschäftsführer Marcel Koch eine eher seltene Kombination. "Er ist spezialisierter Orthopäde und spezialisierter Unfallchirurg. Somit verstärkt er unser Team optimal."

Ehrhardt Weiß, der frühere Chefarzt der Auer Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, wechselte laut Koch nach Plauen an die Berufsakademie, um als Lehrbeauftragter den neuen Ausbildungszweig der Arztassistenten zu betreuen. "Das Konzept hat er mit entwickelt und will sich jetzt, wo es in die Praxis geht, weiter einbringen." Die anderen Experten des Fachbereichs in Aue bleiben dem Team erhalten. Dazu gehören erfahrene Traumatologen, Unfallchirurgen, ein Handchirurg und Sportmediziner. Diekstall: "Wir sind personell stark aufgestellt." Dieses Juwel will der Medizinier polieren. Dazu gehört, dass sich das Team weiterentwickelt.

Zudem soll die präventive, also vorsorgende Sportmedizin in den Fokus rücken. Immerhin betreuen Helios-Mediziner Aues Aushängeschilder im Fußball, im Handball und im Ringen. "Auf dem Gebiet wollen wir Konzepte entwickeln, die im Sport Verletzungsrisiken von vornherein senken", sagt Koch. Auch Sportmediziner können durch Diekstall nun direkt in Aue ausgebildet werden. Ein mittelfristiges Ziel sei die intensivere Nachbetreuung der Endoprothetik-Patienten. "Bisher reagieren wir auf einen Vorfall, operieren und geben die Patienten zur Reha ab. Wir streben eine längere Betreuungsphase direkt nach der OP an", erklärt Koch.

Und so gibt es dann doch viel zu tun für den neuen Chefarzt, der während seiner Laufbahn schon in Hamm, Ahlen, Unna, Berlin, Wuppertal und Gifhorn praktiziert hat und in dessen Brust vermutlich bald zwei Fußballherzen schlagen - ein blau-schwarzes und ein lila-weißes.

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