Ob hart oder weich: Jeder Vogel bevorzugt andere Körner

Gefiederte Gesellen, die im Erzgebirge überwintern, haben ganz unterschiedliche Speisepläne. Kitas und Schulen können jetzt Futterhäuschen gewinnen, um die Tiere zu unterstützen.

Aue/Schwarzenberg.

Die Art der Körner bestimmt, welche gefiederten Gäste sich am gedeckten Tisch niederlassen. Hart oder weich, groß oder klein, gern auch Äpfel, Rosinen und Getreideflocken: Wer frisst was? Das Füttern der Vögeln will der Landschaftspflegeverband (LPV) Westerzgebirge mit Sitz in Lindenau auch Kindern ans Herz legen. "Wir verlosen zusammen mit dem Nabu zehn Futterhäuschen an Schulen und Kitas, die sich ab sofort bei uns melden können", sagt Luise Eichhorn, Geschäftsführerin des LPV.

Mehr noch. "Auf Wunsch basteln wir solche mit den Gruppen." Auf dem Rezeptzettel stehen schmackhafte Meisenknödel aus Körnern, Fett und anderen Zutaten - frisch zubereitet, geformt und ohne Netz drumherum. Letzteres ist umstritten. Wie die Vogelfütterung selbst. "Manche sagen, die Tiere vertragen die Fütterung nicht und können sich am Netz verletzen."


In der Kritik steht es zudem, weil es als Plastemüll übrig bleibt. Zudem haben es große Vögel leichter, den Knödel als Beute vom Gabentisch für die Kleinen zu entführen. Die Wahrheit liege wohl irgendwo in der Mitte, sagt Eichhorn. "Nützlich und nahrhaft sind die Meisenknödel auf jeden Fall."

Erdnüsse indes gehören zu den Delikatessen. Feinkörniges Futter wie Mohn lockt vor allem Rotkehlchen und Zaunkönig an. Bevorzugt vom Boden fressen Amsel und Goldammer, während Buchfink, Meise, Gimpel und Sperling mit Blick auf ihren Speiseplan bescheiden sind. "Da gibt es große Unterschiede", sagt Eichhorn und verhehlt nicht, dass die Winterfütterung keine Eintagsfliege sein darf. "Wer anfängt, sollte durchhalten." So verlassen sich die gefiederten Gesellen auf die Versorgung frei Haus. "Wenn sie plötzlich nichts mehr kriegen, kann es schwierig für sie werden."

Vorteile aufseiten der Versorger: Sie bekommen die Chance, heimische Vogelarten ganz aus der Nähe zu beobachten. "Diese Neugier und Faszination wollen wir schon bei den Jüngsten wecken."

Aufgrund schwindender Artenvielfalt empfehlen Naturschützer inzwischen sogar, die Vögel das ganze Jahr über mit Nahrung zu unterstützen. Bei der Aktion "Futterhäuschen" legen LPV und Nabu den Fokus zunächst auf den Winter. "Wir geben eine Anleitung und ein bisschen Start-Futter mit", sagt Matthias Scheffler vom LPV, der auf Neugierige hofft, die ein Häuschen im Kita-Garten oder im Schulhof aufstellen wollen. "Hoch genug muss es stehen zum Schutz vor Katzen", betont er. Etwa 1,50 Meter gelten als sprung- sicher mit Blick auf die Gelüste der Samtpfoten.

Im Zuge der Aktion soll auch am ehemaligen Gemeindeamt in Lindenau, wo der LPV seinen Sitz hat, ein Futterhäuschen montiert werden. Zudem wird die Sonderschau "Vögel vor der Haustür" noch bis Ende Februar 2019 verlängert. Die von Eichhorn selbst kreierte Ausstellung mit nachgebauten Nestern, Eiern und Mitmach-Effekten hat bereits bis heute um die 200 Kinder in ihren Bann gezogen.

Ihre Kita oder Schule will eines der zehn Futterhäuschen haben? Dann schnell unter Ruf 03772 24879 beim LPV in Lindenau melden.

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