Pflaster bleibt vorerst an Ort und Stelle

Bockauer Anwohner beklagen Lärm und gestörte Nachtruhe

Bockau.

An Schlaf ist kaum noch zu denken, sagt der Mann. "Vor allem meine Frau bekommt manche Nacht kein Auge zu und verschwindet auf die Couch", sagt der Anwohner jener 48 Meter, die das letzte gepflasterte Stück Straße in Bockau sind. Die Rede ist von einem Teilstück der Schneeberger Straße, dem sogenannten Schlossberg. Die nervliche Belastung für ihn und alle anderen Nachbarn sei so groß, dass er sich nun wie schon vor einem Jahr erneut an den Gemeinderat wendete - persönlich und schriftlich.

Doch das Ergebnis ist vorerst das gleiche wie damals. "Es gibt andere Straßen im Ort, die Vorrang haben", sagte Gemeinderat Ralf Bauer (CDU) deutlich. Auch Holger Meier-Knietzsch vom Bauamt sieht es so. "Das Granitpflaster an sich ist intakt und insofern besteht kein akuter Handlungsbedarf", sagte er, räumte aber ein: "Ich kann das Anliegen durchaus verstehen." Letztlich sei es mit Blick auf die derzeitigen Preise eben selbst bei 48 Metern nicht mit ein paar Hundert Euro getan, wenn man das Pflaster entfernen und Asphalt aufbringen würde. "Im Straßenbau liegen die Preise aktuell bei 1000 bis 2000 Euro pro Meter", so Meier-Knietzsch. Umso mehr hätten weitaus schlechtere Straßen wie Triftweg und Teile der Bahnhofstraße in Bockau Vorrang.

Es sei eine Zumutung, bekräftigte der Anwohner. Denn an das 30er-Tempo-Limit halte sich keiner. "So poltern die Autos auch nachts über das Pflaster." Zudem schlug er vor, das Pflaster beispielsweise bei der geplanten Sanierung des Lutherplatzes zu nutzen. Es half aber alles nichts. "Wir haben das Anliegen als mittelfristiges Projekt vorgemerkt. Daran ändert sich nichts, weil andere Dinge vorgehen", so Bauer. (ane)

0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...