Polizeipräsidentin verspricht mehr Beamte

Im Erzgebirgskreis sind 2018 die registrierten Straftaten zurückgegangen. Doch im sichersten Landkreis von Sachsen sollen künftig mehr Polizisten ausrücken.

Aue/Schwarzenberg.

Der Erzgebirgskreis ist der sicherste Landkreis in Sachsen - zumindest statistisch gesehen. Allerdings fühlen sich die Erzgebirger nicht so sicher wie es die Zahlen des Jahres 2018 ausdrücken. Dieses Fazit hat die Polizeipräsidentin der für das Erzgebirge zuständigen Polizeidirektion Chemnitz, Sonja Penzel, zur Vorstellung der Kriminalstatistik gezogen.

So passierten im Erzgebirgskreis im vergangenen Jahr 10.129 erfasste Straftaten, das waren 1674 weniger als 2017. Die Häufigkeitsziffer, die ausdrückt, wie viele Straftaten statistisch auf 100.000 Einwohner entfallen, liegt bei 2976. Zum Vergleich: Die Häufigkeitszahl für Sachsen 2018 ist 6831.

Sascha Aurich

Aurichs Woche:Der „Freie Presse“-Sonntagsnewsletter von Sascha Aurich

kostenlos bestellen

Doch diese Zahlen zeigen nur eine Seite der Medaille. "Demgegenüber berichteten mir Teilnehmer bei Bürgergesprächen von einem niedrigeren Sicherheitsgefühl", sagt die Polizeipräsidentin und verspricht: "Auch wenn die Straftatenzahlen rückläufig sind, wird die Polizeidirektion Chemnitz die regionalen Besonderheiten und nicht zuletzt den Grenzbezug des Erzgebirgskreises im Blick haben und die Präsenz im ländlichen Raum sichtbar erhöhen. Dabei werden wir auch regelmäßig von Beamten der sächsischen Bereitschaftspolizei unterstützt." Damit könnte die Aufklärungsquote weiter steigen, die im Erzgebirge bereits jetzt mit 67,5Prozent über dem sächsischen Schnitt (56,6) liegt.

Egal ob Wohnungseinbruch oder der Diebstahl von Autos - die registrierten Fälle bei Eigentumsdelikten waren im Vergleich zu 2017 rückläufig. So gab es deutlich geringere Fallzahlen bei Diebstählen aus Geschäften und Kiosken (638 Fälle/ -222 Fälle), bei Ladendiebstählen (500/-174), Diebstählen aus Kraftfahrzeugen (308/-126) sowie bei Diebstählen aus Büros, Lagern oder Werkstätten (176/-115).

Für die Radler ärgerlich ist die Zunahme von Fahrraddiebstählen. Dort gab es einen Anstieg von 53 Fällen auf 243. Nach einem Rückgang 2017 auf 190 Fälle bewegt sich die Fallzahl für 2018 im Bereich der Jahre 2014 bis 2016. Leicht gesunken dagegen ist die Zahl der Wohnungseinbrüche um 13 auf nun 117 Fälle. Bei 36 Taten kamen die Einbrecheram helllichten Tag. Die Aufklärungsquote liegt bei 26,5 Prozent.

Bei Diebstählen rund ums Kraftfahrzeug verzeichnete die Polizei im Erzgebirgskreis für 2018 ebenfalls in allen Bereichen weniger Fallzahlen. Es wurden 43 Diebstähle von Kraftwagen (-19 Fälle) und 49 Diebstähle von Krafträdern (-19) erfasst.

Gleichfalls zurück gingen die Rauschgiftdelikte. Sie sanken um 177 Fälle auf 788. Insgesamt wurden 696 Tatverdächtige ermittelt. Dabei handelt es sich um 599 deutsche Tatverdächtige sowie 97 nichtdeutsche Tatverdächtige. Der überwiegende Teil der Taten entfällt mit 622 Fällen auf allgemeine Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz - sogenannte Konsumentendelikte. Doch das sei kein Grund sich entspannt zurückzulehnen. Ganz im Gegenteil findet die Polizeipräsidentin. "Die rückläufigen Fallzahlen sollten nicht darüber hinwegtäuschen, dass im Bereich der Rauschgiftkriminalität auch weiterhin ein breites gesellschaftliches und polizeiliches Engagement erforderlich ist", erklärt Sonja Penzel. Insbesondere Präventionsmaßnahmen, die frühzeitig ansetzen und sich gegen Drogenkonsum richten und dessen Folgen unverblümt aufzeigen, sieht sie als Ansatzpunkt. "Denn Rauschgiftkriminalität wirkt sich auch auf andere Kriminalitätsbereiche aus. Beschaffungskriminalität ist oftmals auch Diebstahlskriminalität. 2018 wurden im Erzgebirgskreis 149 Diebstahlshandlungen und acht Raubhandlungen durch Konsumenten harter Drogen begangen."

Einen Anstieg um 10 auf 160 Fälle hat es im Vergleich zum Vorjahr bei den Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung gegeben. Die Zunahme resultiert hauptsächlich aus einem Anstieg im Bereich der Verbreitung von Pornografie (49 Fälle/+20). Diese Straftat sowie Fälle des sexuellen Missbrauchs von Kindern (34) und sexueller Belästigung (22) weisen in dieser Gruppe die höchsten Fallzahlen auf. Die Aufklärungsquote liegt bei 96,9 Prozent.

Trotz insgesamt sinkender Zahlen will Sonja Penzel, die seit 1. August die Polizeidirektion Chemnitz leitet, die Stärkung der Präsenz im ländlichen Raum. Dafür ist auch ein Teil der 1000 neuen Beamten vorgesehen, die der Freistaat in den nächsten Jahren zusätzlich einstellen will. "Sie sollen in den Polizeirevieren und zur Kriminalitätsbekämpfung zum Einsatz kommen", sagt Penzel.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...