Reise-Region Erzgebirge steuert weiter auf Erfolgskurs

Den Tourismusverband Erzgebirge gibt es seit 25 Jahren. Eine Zeit mit Höhen und Tiefen, mit reichlich Bewegung, aber auch mit einem klaren Ziel vor Augen.

Aue/Schwarzenberg.

Das Erzgebirge will ganz nach oben. Geografisch gesehen ist das natürlich Quatsch. Aber gemeint ist damit die Rangfolge in der Beliebtheitsskala deutscher Mittelgebirge als Reiseregionen.

Momentan rangiert das Erzgebirge auf Platz 4, wurde erst kürzlich vom Harz in der Statistik überholt und hat somit den 3. Platz eingebüßt. "Aber das soll sich wieder ändern", steckte Geschäftsführerin Veronika Hiebl zur Festveranstaltung aus Anlass des 25-jährigen Bestehen des Tourimusverbands Erzgebirge das klar formulierte Ziel ab. Die Macher sehen die Reiseregion Erzgebirge auf Erfolgskurs. Dies belege ein monatliches Plus von zwei bis drei Prozent bei den Ankünften seit Jahresbeginn. "Das ist ein sehr erfreulicher Trend", so Hiebl.

Die Bilanz nach 25 Jahren lässt sich in Zahlen packen: mehr als 60 Millionen Übernachtungsgäste im Erzgebirge, plus 20 Millionen Tagesgäste. Mit Broschüren in einem geschätzten Gewicht von 1,2 Millionen Tonnen wurde für die Region geworben, das entspricht dem Gewicht von gut 350 ausgewachsenen Elefanten. 3250 Tage haben die Touristiker aus dem Erzgebirge auf Messen verbracht, sind rund 2,2 Millionen Kilometer gefahren.

Heute ist das Erzgebirge eine Reiseregion, deren Beliebtheit stetig wächst, heißt es. Angesichts der milderen Winter habe man längst begonnen, die Angebote inhaltlich zu verändern - und ganzjährige Angebote für Touristen zu etablieren. Zwei markante Beispiele dafür sind der Qualitätswanderweg Kammweg Erzgebirge - Vogtland und der Stoneman Miriquidi. "Mit diesen Angeboten gelingt es zunehmend, auch jüngere Zielgruppe anzusprechen", betonte Frank Vogel zur Festveranstaltung aus Anlass des 25-jährigen Bestehens des Verbandes, dessen Vorsitzender er seit 2008 ist.

Der Blick zurück verdeutlicht, dass nach 1989 Weichen völlig neu gestellt werden mussten - weg von den FDGB-Ferienheimen hin zu einer marktwirtschaftlichen Struktur. Im Februar 1991 gründete sich ein regionaler Fremdenverkehrsverband in Scharfenstein. Er vereinte damals 16 Gebietsgemeinschaften. Erst 1997 wurde dieser in Tourismusverband Erzgebirge (TVE) umbenannt, dessen Vorsitz Altlandrat Karl Matko übernahm. Über viele Jahren gab es Grabenkämpfe zwischen den einzelnen Gebietsgemeinschaften. Jeder glaubte, das einzig wahre Konzept für die "Reise" zu besitzen. Es gab mehrere strukturelle Anpassungen, hitzige Debatten über den Kurs und dennoch eine kontinuierliche Zunahme an Gästen. Bis heute gibt es noch immer 21 Kommunen, die nicht Mitglied im TVE sind und dennoch als touristische Schwergewichte der Region wichtige Partner wären, heißt es. Dazu zählen Neuhausen und Sayda ebenso wie Königswalde, Frauenstein oder Lichtenwalde.

Die Chance auf eine erneute strukturelle Neuausrichtung bot die Kreisreform im Jahr 2008. Mit ihr übernahm auch der heutige Landrat des Erzgebirgskreises, Frank Vogel, das Steuer auf der Brücke des Reisedampfers. 20 Jahre lang - von 1991 bis 2011 - leitete Helga Wohlgemuth den Verband als Geschäftsführerin. Das war eine Zeit, die geprägt war von vielen strukturellen Problemen sowie dem Kampf um die finanziellen Mittel. Den Aufbruch zu neuen Ufern wagten die Erzgebirger mit der Zusammenführung der gesamten Reiseregion, einem Imagewandel ab 2011 und der Vorstellung einer einheitlichen Dachmarke "Erlebnisheimat Erzgebirge". Das damals vorgestellte neue Logo - die gekreuzten Hämmer in Bunt - sorgten für Aufsehen. Heute ist es akzeptiert und führt zahlreiche Tourismusprodukte auffallend zusammen.

Wichtige Etappe sei die Verschmelzung des TVE mit den Tourismusregionen Mittelerzgebirge 2010 und dem Silbernen Erzgebirge 2012 gewesen. Für Landrat Vogel ist der Tourismus im Erzgebirge längst ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Region. Manfred Böhme, Vorsitzender des Landestourismusverbands Sachsen, betonte indes: "Tourismus wird von Menschen für Menschen gemacht." Aus seiner Sicht sei es wichtig, dass alle Bewohner einer Tourismusregion "Gastfreundschaft leben" sollten.

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