Sachsens Gesundheitsministerin sagt Kliniken Unterstützung zu

SPD-Politikerin Petra Köpping hat am Freitag Erlabrunn besucht, sprach mit den Vertretern des Krankenhauses über Aktuelles und Kommendes. Corona war dabei nur ein Thema. Der Blick war vielmehr auf künftige Herausforderungen gerichtet.

Erlabrunn.

Die Liste der Vorhaben, die allein an baulichen Investitionen auf dem Zettel der Klinken Erlabrunn gGmbH für die Jahre bis 2025 steht, ist beeindruckend. Dabei gab Karin Barthel, Leiterin der Abteilung Wirtschaft und Investitionen, zum Besuch von Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping am Freitag nur einen kleinen Überblick über die elf größten Bauprojekte der Einrichtung. Eines davon, der geplante Ausbau des Dachgeschosses zur Erweiterung von Palliativstation und Tagesklinik sowie der Anbau eines Fahrstuhls, hat bereits im Mai begonnen.

"Sie können sich sicher sein, dass wir ihr Haus weiter unterstützen werden", betonte die SPD-Politikerin bei ihrem ersten Besuch in Erlabrunn, und fügte beinahe schon im Flüsterton hinzu: "Mehr als in der Vergangenheit." Denn die Kliniken Erlabrunn hatten, speziell was die Ausreichung von Fördermitteln angeht, nicht immer Grund zum Jubel.

Es war Köppings erster Besuch in ihrer Rolle als Gesundheitsministerin in dem markanten Wismutbau, der 1951 eingeweiht wurde. Und sie zeigte sich beeindruckt, von dem, was den Patienten heute unterm Dach des Hauses geboten wird. Es war ein Antrittsbesuch, den es eigentlich im März geben sollte, dem aber Corona zuvor kam. Die Herausforderungen und Auswirkungen der Pandemie und der damit zusammenhängenden Sorgen und Probleme waren somit ein Thema der gut zweistündigen Gesprächsrunde.

Lobende Worte fand Geschäftsführerin Heidrun Ballmann für die viele Maßnahmen zu Beginn der Krise von Bund und Land, die sie als "schnell und wirkungsvoll" bezeichnete. Kritik gab es indes, was die Versorgung mit Schutzkleidung für Pflegekräfte und das Beschaffen von Medizintechnik, konkret Beatmungsgeräten, angeht. "Da haben wir jetzt als Land Sachsen einen Vorrat angelegt, eine Reserve geschaffen, die ein halbes Jahr absichert. Der Freistaat ist in Vorleistung gegangen, und da bitte ich um eine gute Zusammenarbeit auf lange Sicht, weil bei diesem Material auch Mindesthaltbarkeiten zu beachten sind", so Köpping.

Auch die gezahlten Ausgleichsbeträge pro nicht genutztem Bett in der Krise hätten wirtschaftliche Einbußen abgemildert, so Ballmann. Obwohl die Kliniken nie ganz den Betrieb eingestellt hatten, und bestimmte OPs durchgeführt haben, gestaltete sich das wieder Hochfahren zum normalen Klinikbetrieb schwierig. "Noch sind die Menschen ängstlich, sagen notwendige Operationen lieber ab. Die Verunsicherung ist groß", so Ballmann.

Eine Sorge, die Bürgermeister Ralf Fischer (CDU) umtreibt, ist die der Kurzzeitpflege. In diesem Bereich, speziell aber beim Übergang von einem stationären Klinikaufenthalt zurück in die häusliche Umgebung, gebe es zunehmend Schwierigkeiten. "Den ambulanten Pflegediensten, mit denen wir in einem guten und intensiven Austausch stehen, fehlt es diesbezüglich an Personal, um dem hohen Bedarf gerecht zu werden", spricht Gabriele Köster als Leiterin des Kliniksozialdienstes ein Hauptproblem an. Konkret seien es Grund- und Hauswirtschaftspflege, die zwar im erweiterten Katalog der Krankenkassen enthalten sind, für die aber zu wenig Personal zu finden sei. Da drohen Versorgungslücken. "Wir möchten gern eine Kampagne starten, um wieder mehr Menschen für diese wertvolle Arbeit zu gewinnen. Aber da brauche ich ihr Praxiswissen, ihre Ideen", so Köpping, die diese Suche gern befördern wolle.

Gleiches gilt für den wachsenden Bedarf an Psychotherapie, wie Chefarzt MUDr. Michal Smalo an Hand von Zahlen erläutert. Er sieht einen wesentlichen Grund für die benötigten Fachärzte auf diesem Gebiet in der umfänglichen und kostenintensiven Ausbildung und im fehlenden ambulanten Angebot für Patienten. Köpping lud Smalo zu einem Gespräch ins Ministerium ein, um mit ihm über Strategien zu beraten.

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