Schneeberg: Hier soll das erste 24-h-Fitnessstudio im Erzgebirge entstehen

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Zwei Erzgebirger haben sich zusammengetan, um in Schneeberg das erste nahezu voll automatisierte Fitnessstudio im hiesigen Landkreis zu eröffnen. Sie investieren 350.000 Euro und hoffen, dass Corona ihnen den Start nicht vermiest.

Schneeberg.

Fitnessstudios gehören zu jenen Einrichtungen, die von den Corona-Beschränkungen besonders stark betroffen sind. Auch deren Mitglieder leiden unter fehlenden Trainingsmöglichkeiten. "Die Menschen werden nach der Krise wieder Lust haben, mehr Abwechslung in den Alltag zu bringen", sind sich Enrico Heymann und Marcel Engeln daher sicher. Die Freunde planen im Frühjahr ein neues Fitnessstudio namens "Kraftwerk24" an der Schneeberger Bruno-Dost-Straße zu eröffnen. "Der genau Zeitpunkt hängt natürlich von den Lockerungen der Corona-Beschränkungen ab", erklären sie.

Das Besondere wird der voll automatisierte Ablauf sein. "Es ist das erste Fitnessstudio im Erzgebirgskreis, das diese Möglichkeit anbietet", sagt Enrico Heymann. Mithilfe eines personalisierten QR-Codes sei zum Beispiel ein Einlass rund um die Uhr möglich. Getränke- und Snackautomaten können ebenfalls selbstständig bedient werden. "Dadurch sparen wir Personalkosten, diese Ersparnis können wir an die Kunden weitergeben", so der 33-jährige Schneeberger. Auch die Anmeldung, die gerade einmal zwei Minuten dauert, erfolgt online. Per E-Mail bekommen die Kunden schließlich die Unterlagen zugeschickt. An jedem Trainingsgerät befindet sich eine Anleitung in Bildern. "Wir überlegen auch, auf einem Bildschirm Erklärungsvideos laufen zu lassen." Um einem Zugriff durch Unbefugte vorzubeugen, sind Räume und Parkplatz rund um die Uhr videoüberwacht. Außerdem erfolgt in den Abend- und Nachtstunden eine Überwachung durch einen Sicherheitsdienst.

Die künftigen Kunden werden auf einer Fläche von 600 Quadratmetern 55 Kraft- sowie zehn Kardiogeräte finden, darunter Laufband, Stepper und Rudergerät. Außerdem stehen ein fünf mal zehn Meter großer funktioneller Kraftkreis und ein Kraftschlitten mit einer 15 Meter langen Bahn zur Verfügung. "Da ist für jedes Alter etwas dabei", sagt Marcel Engeln. "Das Studio bietet eine Kapazität für bis zu 1000 Mitglieder. Damit ist auch in den Spitzenzeiten von 16 bis 19 Uhr gewährleistet, dass genügend Geräte frei sind", ergänzt der 36-jährige Schwarzenberger. Eine Mitgliedschaft wird ab 20 Euro monatlich kosten.

"Es ist auch möglich, für drei Monate und 99 Euro einen Fitnesstrainer zu buchen", sagt Engeln und fügt an: "Dabei wird es sich um André Hübner aus Bernsbach handeln. Er ist gelernter Physiotherapeut und war acht Jahre lang als Trainer der Bundeswehrnationalmannschaft im Fünfkampf tätig." Zudem könne jeder Interessent ein kostenfreies Probetraining absolvieren.

Die Investitionssumme für das Fitnessstudio beträgt 350.000 Euro und wird ausschließlich privat von Heymann und Engeln finanziert. "Es ist ein ideales Objekt mit großer Fläche zu guten Konditionen", berichten sie. Zudem sehen sie für ihr Projekt ein großes Potenzial, da sie ein anderes Konzept als die drei vorhandenen Studios in Schneeberg verfolgen. Auch generell scheint das Potenzial an solchen Einrichtungen längst nicht ausgeschöpft zu sein. "Obwohl die Branche deutschlandweit bereits die meisten Mitglieder besitzt, die einem regelmäßigen Training nachgehen, wächst sie kontinuierlich weiter", sagt der Pressesprecher des Arbeitgeberverbands deutscher Fitness- und Gesundheitsanlagen, Alexander Wulf, und nennt einige Zahlen. So stehen im hiesigen Freistaat derzeit 8,9 Anlagen pro 100.000 Einwohner zur Verfügung und 11,5 Prozent der Sachsen sind Mitglied in einem Fitnessstudio, wobei das Bundesland eine Führungsrolle im mitgliederschwächeren Osten innehat.

Abseits des Gemeinschaftsprojekts in Schneeberg ist Enrico Heymann Geschäftsführer einer Auer Fotovoltaikfirma, während Marcel Engeln im Vertrieb für eine Hamburger Nahrungsergänzungsmittel- Firma arbeitet. Bereits vor drei Jahren träumte Engeln von der Eröffnung eines eigenen Fitnessstudios. "Ich hatte damals aber nicht den Mut dazu, da mir das kaufmännische Wissen fehlte", räumt er ein. Als Heymann im vorigen Sommer eine neue Herausforderung suchte, war die Idee eines gemeinsamen Studios geboren. "Wir werden es beide nebenberuflich betreiben, sind allerdings immer per E-Mail oder telefonisch für Fragen erreichbar", erklären sie und hoffen auf eine erfolgreiche Entwicklung. Schließlich ist ihr zweites Fitnessstudio im Erzgebirge für das erste Halbjahr 2022 bereits in Planung.

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