Schneeberg stellt Hundetoiletten auf

Die Stadt kommt einem Wunsch von Mitarbeitern aus ihrer Verwaltung nach: Müllbehälter für Hundekot. Bei der Wahl der Standorte hatten andere das Sagen.

Schneeberg.

Das Problem ist vermutlich so alt, wie Hunde das Leben von Menschen bereichern. Denn wenn ihre Hinterlassenschaften nicht beseitigt werden, bleiben sie als fiese "Tretminen" auf Wegen und Wiesen liegen und arglose Fußgänger können so hineintreten. Deshalb räumen die meisten Hundebesitzer das Geschäft ihrer vierbeinigen Freunde weg. Um dies zu erleichtern, sollen im November in Schneeberg sechs sogenannte Hundetoiletten aufgestellt werden. Das sind spezielle Müllbehälter, in die der in eine Mülltüte verpackte Hundedreck geworfen werden kann.

Ursprünglich waren für die Stadt die Hundetoiletten kein Thema, da die Hinterlassenschaften der Hunde von den 691 Haltern, die in Schneeberg gemeldet sind, in jeden öffentlichen Müllbehälter geworfen werden können. Und die Tütchen müssen Herrchen und Frauchen laut städtischer Polizeiverordnung ohnehin bei sich führen.

Nun schwenkt die Stadt um. "Hundehalter aus der Verwaltung hatten mich jedoch darauf hingewiesen, dass an den viel begangenen Spazier- und Gassi-Wegen keine Behälter vorhanden sind und die Hinterlassenschaften des Hundes so immer weit mitgetragen werden müssen", erklärt Bürgermeister Ingo Seifert (Freie Wähler/Bika). Deshalb sei dies kein Umdenken der Stadt, sondern die Reaktion auf einen konkreten Bedarf. Durch eine Umfrage unter Hundehaltern konnten auch die Plätze ermittelt werden, an denen die Not mit der Notdurft am größten ist. Als Standorte wurden gewählt die Griesbacher Straße (Richtung Keilberg), der Parkplatz oberhalb des Stockteichs, der Hüttengrund (von der Lindenauer Straße kommend) und der Sommerberg (in Richtung Türkschacht). Außerdem sind mehrere Behälter an den Hauptwegen im Stadtpark geplant.

Die Kosten werden mit 3400 Euro angegeben. Die jährlichen Folgekosten für die wöchentliche Leerung sind mit 1400 Euro kalkuliert. "Mit den Hundetoiletten soll die Sauberkeit verbessert werden", so Seifert. Die sei eine freiwillige Aufgabe der Stadt. Aus der Hundesteuer erwachse daraus kein Anspruch.

Und was sagen die Hundehalter dazu? Die Schneebergerin Julia Friedel findet es eine schöne Geste: "Dies zeichnet die Stadt auch als hundefreundlich aus."

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