Schönheide will mit Satzung Friedhofstourismus verhindern

Nur noch Einheimische dürfen auf dem örtlichen Gottesacker beerdigt werden. Dafür stimmte der Gemeinderat. Die günstigen Gebühren sollen erhalten bleiben. Sogar Ausnahmen sind möglich.

Schönheide.

Im Tode sind alle Menschen gleich. Dies dürfte bald in Schönheide nicht mehr gelten. Denn der Gemeinderat von Schönheide hat sich auf seiner jüngsten Sitzung mit der neuen Friedhofssatzung der Kommune beschäftigt und auch der neuen Gebührenordnung für Friedhof und Bestattungen zugestimmt.

Die positive Nachricht: Die Gebühren bleiben in Schönheide günstig. Die schlechte: Weil die Kosten damit weiterhin im günstigen Bereich liegen, machte Silke Wappler, Amtsleiterin Finanzverwaltung, deutlich, dass ausschließlich Schönheider auf dem kommunalen Friedhof bestattet werden dürfen. "Das hat natürlich auch Kapazitätsgründe", sagte sie und fügte hinzu: "Wir wollen auch keinen Friedhofstourismus."


Doch es gab noch einen anderen Grund die Satzung zu überarbeiten "Sie stammt aus dem Haushaltsjahr 2001", erklärte Silke Wappler. Damit sei der zugrunde gelegte Kalkulationszeitraum längst abgelaufen. In der Beschlussvorlage hieß es außerdem, dass das staatliche Rechnungsprüfungsamt Zwickau bereits im Jahr 2012 geraten habe, eine Nachkalkulation zu erstellen und auf deren Grundlage neue Gebühren zu berechnen. Also musste neu gerechnet werden, die Gemeinderäte hatten die veränderte Satzung zu beschließen.

So liegen die Grundgebühren für eine Bestattung von Erwachsenen und Kindern ab dem vollendeten 6.Lebensjahr nun bei 385 Euro; bislang 340 Euro. Mit dieser Zahlung sind alle Tätigkeiten der Friedhofsverwaltung, die im Zusammenhang mit der Bestattung stehen, abgegolten. Dazu gehören auch das Schließen und das Hügeln des Grabs. Die jährliche Pflegegebühr beträgt je Grabstelle 59 Euro (26 Euro) und für eine anonyme Grabstelle 29,50 Euro (13 Euro). Hinzu kommen die Nutzungsrechte der Grabstätte, die bei einer Ruhezeit der üblichen zwanzig Jahre bei insgesamt 104 Euro liegt.

In diesen Worten schwingt mit, dass die Gebührensatzung beispielsweise im Vergleich zur Gebührenordnung der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde Zur Heiligen Dreifaltigkeit in Stützengrün in Summe günstiger ausfällt. In der Nachbarkommune wurde die Friedhofsgebührenordnung erst vor zwei Jahren angepasst. Auch dort musste neu kalkuliert werden, um die Kosten zu decken. Die Gebühren inklusive der Nutzungsrechte der Grabstätte für 20 Jahre und der Friedhofsunterhaltungsgebühr liegen in Stützengrün bei einer Sargbestattung bei rund 1500 Euro und bei einer Urnenbeisetzung bei rund 1160 Euro.

Bleibt nun der Schönheider Gottesacker allen Auswärtigen verwehrt oder wird es auch Ausnahmen geben, wollten die Gemeinderäte in der Sitzung wissen. Diese Frage konnte die Kämmerin bejahen. Solche Ausnahmen gebe es beispielsweise, wenn ein Mensch viele Jahre lang in Schönheide gewohnt habe und dann aufgrund seines Gesundheitszustandes in eine auswärtige Pflegeeinrichtung ziehen musste. "Dann kann er natürlich in Schönheide beigesetzt werden."

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