Schon in der DDR wurde nach der Auer Nixe geforscht

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Auf ihrer Suche nach der verschollenen Skulptur aus dem Freibad in der Hakenkrümme erhalten die Heimatfreunde neuen Zuspruch: Die Tochter des Künstlers kommt ins Boot.

Aue.

Die Nixenskulptur aus dem ehemaligen Freibad in der Hakenkrümme: Trotz Unterstützung durch die Wismut konnte sie bisher nicht lokalisiert werden. Vielleicht liegen ihre Trümmer unter den Schuttbergen verstreut, die von den Sanierern derzeit neu konturiert und unter Tonnen von Mineralboden begraben werden. Die Heimatfreunde um Ralf Ebert (58) haben aber noch nicht aufgegeben. Sie verfolgen eine letzte Spur, von der sie glauben, dass sie heiß ist. "Wir hoffen, dass uns eine Bohrung genehmigt wird, dann könnten wir mit einer Kamera unsere Theorie überprüfen", sagt Ralf Ebert.

Das Landesamt für Archäologie war zuletzt gegen alle Arbeiten in der Hakenkrümme, die nicht im Sanierungsplan für die Wismut-Atlastenfläche stehen, doch die Heimatfreunde bekommen jetzt moralische Unterstützung von einer alten Dame aus Dresden: Ernestine Reeckmann (71) ist die Tochter des Schöpfers der Nixen-Skulptur, Eugen Hoffmann (1892 bis 1955). "Ich finde die Initiative der Auer ganz fantastisch", sagt sie. "Ich möchte einige Kunstfachleute bitten, sich bei den Archäologen dafür einzusetzen, dass die angedachte Suche genehmigt wird." Ernestine Reeckmann entstammt einer Künstlerfamilie. Ihr Vater galt als bedeutender Meister der deutschen Widerstandskunst. Ihre Mutter, die Malerin Eva Schulze-Knabe (1907 bis 1976), ebenfalls eine Widerstandskämpferin gegen den Nationalsozialismus, erhielt zweimal den Vaterländischen Verdienstorden der DDR und 1969 den Nationalpreis der DDR. Sie selbst betätigte sich als Textilgestalterin, nachdem sie an der Fachhochschule Schneeberg studiert hatte.

Die Nixe, die ihr Vater 1928 im Auftrag der Stadt Aue geschaffen hatte, kannte sie von einem alten Foto in einer Arbeitsmappe, die Eugen Hoffmann hinterlassen hatte. "In meiner Zeit in Schneeberg habe ich mal nach ihr gesucht. Damals fand ich aber nicht einmal das Bad", erzählt sie. Kein Wunder: Vom einst schönsten Freibad Sachsens war nichts mehr übrig. Nachdem die Wismut hier mehrere Schächte und später eine Uranaufbereitungsanlage angelegt hatte, nutzte die Stadt Aue das Gelände als Mülldeponie.

Auch Mitarbeiter der Skulpturensammlung Dresden waren Anfang der 1970er-Jahre auf der Suche nach der Nixe. "Sie bereiteten eine Ausstellung über das Werk meines Vaters im Albertinum vor", berichtet Ernestine Reeckmann. "Leider wurden auch sie nicht fündig." Vielleicht noch im März möchte sie nach Aue kommen und sich mit den Heimatfreunden treffen.

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