Schulkleidung zeitgemäß? Eltern wünschen sich Änderung

Was an der Eibenstocker Grundschule vor zehn Jahren als Modellprojekt startete, kam jetzt auf den Prüfstand. Eine Anregung der Familien: Statt nur Blau und Rot sollte die Kleidung bunter sein.

Eibenstock.

Die Farben Rot und Blau dominieren das Bild in den Klassenzimmern der Grundschule Eibenstock. Die Mädchen und Jungen tragen einheitliche Schulkleidung. Auf Anregung von Eltern 2009/10 als Pilotprojekt gestartet, wurde sie jetzt auf den Prüfstand gestellt. Es gab eine Elternumfrage. Von 206 Stimmzetteln kamen 145 an die Schulleitung zurück. Die Auswertung ergab: 114 Ja (78,62 Prozent) zu 31 Nein (21,37 Prozent). Ausgehend davon hat der Stadtrat beschlossen, das Modellprojekt Schulkleidung für zunächst fünf Jahre fortzuführen.

Im Zuge der Elternbefragung gab es etliche Hinweise, was man an der Schulkleidung verändern sollte. Sie soll modischer werden und vor allem um Teile für den Sommer ergänzt werden. Verzichten würden viele Eltern auf die Fleecejacke, weil die selten getragen werde. Viele wollen mehr Farbvielfalt, nur Rot und Blau wird als zu eintönig gesehen. "Uniformierung" sei nicht zeitgemäß, Bindung an die Schule werde nicht durch die Kleidung erreicht, zusätzliche finanzielle Belastung der Eltern, schlechte Qualität der Kleidung - das sind weitere Argumente dagegen. Und wenn schon Schulkleidung, dann "von oben bis unten", sagten einige.

"Wir wollen daran arbeiten und eine Projektgruppe bilden. Bis März 2020 sollen Ergebnisse vorliegen, die dann das neue Outfit für das Schuljahr 2020/21 gestalten helfen", erklärt Schulleiterin Katja Schubert. Zur Projektgruppe werden sie sowie Vertreter der Lehrer, Eltern, Schüler und des Stadtrates gehören. Die Schulleiterin sieht die Eltern in der Pflicht, gegenüber ihren Kindern einen positiven Blick auf die Schulkleidung zu vermitteln. Und was sind Gründe dafür? Dass die Kinder gleichgestellt seien, dass man am Morgen nicht lange überlegen müsse, was man zum Anziehen rauslegen soll, hat die Schulleiterin von Eltern gehört. Es war ihre Idee, die Schulkleidung nach einem relativ langen Zeitraum auf den Prüfstand zu stellen, weil sie von kontroversen Meinungen wusste.

Zwischen 1400 und 1600 Euro gibt die Stadt laut Kämmerin Marion Vieweg für die Starterpakete aus, die die Erstklässler der Eibenstocker Grundschule erhalten. "Mir gefällt die Farbe", sagt Viertklässler Theo Kupfer. "Ich finde es gut, dass alle gleich gekleidet sind, da findet man seine Mitschüler schnell, wenn wir zu Ausfahrten unterwegs sind."

Eine Pflicht zum Tragen besteht an der Eibenstocker Schule nicht. Anders ist das zum Beispiel an der Oberschule Westerzgebirge in Bad Schlema. Eingeführt wurde dort die Schulkleidung 2007 auf Initiative der Eltern. "Wer zu uns an die Schule kommt, muss sie tragen, das steht so in der Hausordnung", sagt Angela Schubert, die Leiterin dieser Schule in freier Trägerschaft.

0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...