Schwungvolles Programm stimmt auf Weihnachten ein

Die Musikschule des Landkreises machte bei ihrem Adventskonzert im Auer Kulturhaus auch vor Oper und Oratorium nicht Halt. Das war nicht ohne Risiko.

Aue.

"Das haben wir noch nie gemacht, es wird schon klappen", sagte Orchesterleiter und Moderator Rico Reinwarth zweifelnd zum dicht gedrängt sitzenden Publikum im kleinen Saal des Auer Kulturhauses. Denn das Nachwuchsorchester der Musikschule und der Nachwuchs des Bergmannsblasorchester Bad Schlema hatten in breiter Front gemeinsam Aufstellung genommen für die Orchesterfassung einer große Chor-Nummer, Georg Friedrich Händels "Tochter Zion, freue dich" aus dem Oratorium "Judas Maccabäus".

Lukas Kutschenreuther begann mit einem Posaunensolo, und bald setzte das Orchester mächtig ein. Es funktionierte. Diese Breitwand-Darbietung von Händel war das begeistert aufgenommene Finale des Programms "Am Weihnachtsbaume, die Lichter brennen". Als Zugabe wurde ein Teilstück daraus wiederholt. Insgesamt 28 Nummern waren vorher zu bewältigen gewesen.

Hoch hinaus wollten die Auer Saxophoniker mit Weihnachtsmannmützen auf dem Kopf. Sie ließen mit Alexander Borodins "Fürst Igor" einen ganz großen Titel der Oper erklingen. Ein Ausschnitt daraus mit dem lyrischen Teil der sonst brachial wilden "Polowetzer Tänze" schmeichelte sich recht gut in die Ohren der Gäste, aber das "Fröhliche Weihnacht überall" war mit seinen witzigen rhythmischen Spitzen noch besser. Ronny Wiese von der Erzgebirgischen Philharmonie hatte die Leitung dieses ungewöhnlichen Events.

Eine melodisch starke Orchester-Komposition von Rico Reinwarth trug den Titel "Ein trüber Tag". Warum? Es hörte sich an wie der optimistisch sprühende Marsch aus einem Western. Auch Komponisten wie Richard Wagner haben sich in dieser Art geirrt.

Ein Reigen von kleinen und größeren Solisten der Kreismusikschule ließ sich zwischendurch hören. Das Klarinetten-Ensemble der Philharmonikerin Dagmar Schreiber spielte Weihnachtslieder in verfremdendem Sound. Isabella Olivia Reinwarth spielte zwei Klavierstücke. Das Pop-Ensemble servierte zum Sekt "Wonderful Christmastime" von Paul McCartney. Helene Karas ließ sich sogar auf einem E-Bass hören. An Abwechslung hat es also nicht gefehlt.

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