Senioren-Projekt verzögert sich erneut

Die alte Grundschule von Bockau soll Domizil für betreutes Wohnen und Tagespflege werden. Die Verhandlungen gestalten sich jedoch zäh.

Bockau.

Geduld ist gefragt bei einem Großprojekt, das in Bockau eine Versorgungslücke schließen soll. Die Rede ist von der alten Grundschule. Wegen eines Sanierungsstaus drohte dem mehr als 100 Jahre alten Gebäude schon der Abriss. Dann fand sich nach langer, akribischer Suche ein Nachnutzer, der betreutes Wohnen und Tagespflege anbieten will. Damit würde sich im Laborantendorf eine Versorgungslücke für Senioren schließen.

Das Prozedere jedoch zieht sich nun schon über viele Monate hin. "Es ist ein Millionenprojekt. Da muss man auch ein bisschen Zeit geben", warb Bürgermeister Siegfried Baumann (parteilos) mehrfach um Verständnis. Doch Franz Fürtsch (CDU) geht die Geduld aus. "Wir haben alles getan, damit es losgehen kann. Doch es tut sich nichts. Ich habe manchmal das Gefühl, dass wir an der Nase herumgeführt werden", sagte er. So sorgte die Gemeindeverwaltung für den Leerzug des Gebäudes. Betroffen waren die letzten Mieter unter dem Dach, die Bibliothek, die Schnitzer und der Musikverein. "Bis spätestens Jahresende sind alle raus", bestätigte Baumann.

Und eigentlich sollte vorige Woche der zweckgebundene Notarvertrag mit der betreibenden GmbH endlich unterschrieben werden. Geschehen ist das nicht. "Da die GmbH erst Anfang des Monats offiziell gegründet und eingetragen wurde, fehlten noch ein paar Formalien, die in der Kürze der Zeit nicht zu erledigen waren", so Baumann. Daher sei der Termin auf diese Woche verschoben. "Und ich gehe fest davon aus, dass es diesmal klappt."

Dass sich alles so lange hinzog, lag laut Baumann unter anderem daran, dass der Investor nach dem richtigen Partner für die Tagespflege suchte. Der sei nun gefunden. Um sicherzugehen, baute der Gemeinderat auf Anregungen von Fürtsch in den Verkaufsbeschluss des Gebäudes eine Klausel ein. Diese besagt, dass der Notarvertrag bis spätestens Ende dieses Jahres unterzeichnet sein muss. Nur dann wechselt das Gebäude für 20.300 Euro den Besitzer und geht an die GmbH.

In den Sternen steht jedoch auch, ob der geplante Fertigstellungstermin zu halten ist - allein mit Blick auf die Marktlage in der Baubranche. Anvisiert hatte der Investor Ende 2022. "Da muss man wirklich sehen, ob das mit allen Genehmigung und dem ganzen Drumherum haltbar ist", so Baumann. Das Konzept sieht in Erd-, Ober- und Dachgeschoss knapp 20 Domizile für betreutes Wohnen mit einer Größe von 31 bis 68 Quadratmetern vor. Vier dieser Domizile sind rollstuhlgerecht. Ein Fahrstuhl soll darüber hinaus für Barrierefreiheit sorgen. Notrufdienst, hauswirtschaftliche Versorgung und weitere Leistungen komplettieren das Paket. Eine Tagespflege soll weitere 14 Plätze bieten und montags bis freitags von 7 bis 17 Uhr Senioren offenstehen. "Es würde unseren Ort außerordentlich bereichern", so Baumann.

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