So modern wird Schneebergs Sternwarte

Nur noch wenige Monate, dann ist der Umbau der Bildungseinrichtung geschafft. Der Betreiber hofft auf einen deutlichen Anstieg der Besucherzahl.

Schneeberg.

Eine Galaxie spannt sich über die Decke des Foyers. In Leuchtkästen werden übers Treppenhaus bis hinauf ins erste Geschoss Bilder aus dem Bereich Astronomie in Szene gesetzt. Diesen ersten Eindruck wird der Besucher zukünftig von der Sternwarte Schneeberg haben. Voraussichtlich ab Mitte des Jahres wird das so sein, dann sollen die 470.000 Euro teuren Umbauarbeiten in dem Objekt, das zum Kulturbetrieb des Erzgebirgskreises gehört, abgeschlossen sein.

Nicht nur bei den Kosten haben sich Veränderungen ergeben, die lagen ursprünglich bei 250.000 Euro. Auch der Zeitplan musste umgestoßen werden. Die Bauarbeiten begannen erst Mitte Oktober statt im September. "Es haben sich viele Sachen aufgrund des Alters und der vielen in der Vergangenheit erfolgten Umbauten herausgestellt, die die Arbeiten jetzt fast auf eine Entkernung hinauslaufen lassen", sagt Steffen Georgi vom Kulturbetrieb.

So muss bei der brandschutztechnischen Erneuerung die gesamte Elektrik ausgetauscht werden. Die alte - noch mit Alu-Kabel - stammte aus DDR-Zeiten. Auch für die Belüftung im Planetarium musste eine andere Lösung gefunden werden, als deren ursprünglich geplanter Umbau. Jetzt wird eine neue Anlage installiert. Allein für diesen Punkt auf der Arbeitsliste haben sich die Kosten verzehnfacht.

Ebenfalls im Sinne eines besseren Brandschutzes ist die Verlegung der Garderobe weg aus dem Flur ins erste Geschoss. Der Sanitärbereich wird auch erneuert. 120.000 Euro an Fördermitteln sind über den Kulturraum für 2018 bewilligt worden, zusätzlich beantragt wurden noch einmal rund 60.000 Euro. Während der Bauarbeiten ist die Einrichtung komplett gesperrt. Beobachtungen auf der Plattform sind nicht möglich, weil auch im Treppenaufgang gebaut wird. Dort werden unter anderem neue Türen eingebaut.

"Für den Kulturbetrieb ist die Sternwarte eine besondere Einrichtung", sagt Georgi. Mit den aktuellen Investitionen werde sie gut für die Zukunft aufgestellt. "Es ist wichtig, dass sie in unserem Landkreis erhalten bleibt." Dabei stand ihre Existenz 2006 schon einmal auf der Kippe. Damals kam sie zum Landkreis, und es war unklar, wie man sie personell führen sollte. "Wir haben uns für die Honorarkräfte entschieden und mit Mike Behnke und Dieter Kallauch zwei engagierte Leute gefunden", erzählt Georgi. Seitdem haben sich die Besucherzahlen gut entwickelt. Laut Georgi waren es im vergangenen Jahr bis Ende September 5000 Besucher. "Vom Umbau verspreche ich mir einen Boom."

Dick verpackt ist die Technik im Planetarium. "Zum wieder Einrichten müssen Mitarbeiter von Zeiss kommen", sagt Georgi. Für die am kommenden Montag zu erwartende Mondfinsternis hofft Mike Behnke auf klare Sicht zum Morgenhimmel, um Aufnahmen machen zu können. Die könnten dann für die Gestaltung der Leuchtkästen, die in der Sternwarte neu installiert werden, Verwendung finden. "Wir wollen dafür eigene Bilder nehmen."

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