Stadt verdoppelt Ausgaben fürs Ehrenamt

Mitglieder der freiwilligen Feuerwehren in Lauter-Bernsbach bekommen für ihren Einsatz künftig mehr Geld. Die Anpassung war dringend nötig.

Lauter-Bernsbach.

Mehr Geld fürs Ehrenamt: Die entsprechende Satzung hat die Stadt Lauter-Bernsbach jetzt aktuellen Vergütungssätzen angepasst. Denn die bisherigen Entschädigungen - insbesondere für den freiwilligen Einsatz der Feuerwehrleute - lag deutlich unter dem sächsischen Durchschnitt.

"Die Feuerwehr hatte uns schon voriges Jahr dazu angehalten, das zu überdenken", sagte Hauptamtsleiter Ronny Schott. Stadtwehrleiter Wolfgang Stephan habe der Verwaltung einen Vorschlag unterbreitet, den die Kommune als Grundlage für die nun beschlossenen Änderungen nahm. Neu ist, dass die stellvertretenden Jugendwarte künftig bei den Entschädigungen einbezogen werden. Zudem gibt es neben den gestiegenen Entschädigungssätzen jetzt auch eine Einsatzvergütung in Höhe von 10 Euro pro Kamerad und Einsatz, die jeweils zum Jahresende ausgezahlt werden soll.

Christoph Ulrich

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Die monatlichen Basissätze stiegen um bis zu 22 Euro. Beispiele: Der Stadtwehrleiter erhält statt 45 Euro künftig 55 Euro, die Ortswehrleiter 45 Euro - vormals 30 Euro - und die drei Gerätewarte für Technik, Fuhrpark und Atemschutzgeräte 30 Euro - zuvor 18 oder 11 Euro. Ganz neu sind die 30 Euro für den Vize-Jugendwart. Der Jugendwart selbst bekommt 40 Euro statt bisher 18 Euro. Diese Beträge erscheinen laut Schott im Vergleich zu benachbarten Wehren allerdings immer noch gering. "Doch zu beachten ist dabei, dass wir für jedes Mitglied der Jugendwehr und der Feuerwehr monatlich noch zusätzlich drei Euro in eine Kameradschaftskasse zahlen." Im Jahr summiert sich dieser Betrag auf 3708 Euro - zur freien Verfügung für die Ortswehren. Das gebe es bei Weitem nicht überall. Für Jubiläen erweiterte die Kommune die Vergabe von Präsenten: Ab dem 65. Dienstjahr gibt es nun aller fünf Jahre eine Zuwendung.

In Summe gibt die Stadt Lauter-Bernsbach damit nunmehr gut doppelt so viel Geld wie bisher für den freiwilligen Feuerwehrdienst aus - nämlich 21.000 Euro statt vorher 10.000 Euro. "Aber das ist immer noch gar nichts im Vergleich zu der enormen Leistung, die durch die Kameraden letztlich erbracht wird", sagte Bürgermeister Thomas Kunzmann (Freie Wähler). Denn im Prinzip leiste eine freiwillige Wehr genauso zuverlässig und professionell ihren Dienst zur Sicherheit aller Einwohner einer Stadt ab wie eine Berufswehr. "Das können wir ohnehin nie ausgleichen und somit nur versuchen, etwas beizusteuern", so Kunzmann.

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